„Marktkaffee“ im Pfarrheim St. Sebastian besteht seit 20 Jahren
Erst bummeln, dann austauschen

Münster-NienbERGE -

Das „Marktkaffee“ im katholischen Pfarrzentrum St. Sebastian ist zu einer echten Institution geworden. Den bekannten Treffpunkt im Stadtteil gibt es seit 20 Jahren.

Donnerstag, 13.02.2020, 18:23 Uhr aktualisiert: 18.02.2020, 18:10 Uhr
Die ehrenamtlichen Kräfte im Marktkaffee sind ein engagiertes Team. Dazu gehören (neben anderen, die nicht jeden Freitag dabei sind) Ulla und Manfred Jüstel (v.l.), Gerda Esser, Rosemarie Fark, Christel Braun, Uta Schnier und Dieter Bode
Die ehrenamtlichen Kräfte im Marktkaffee sind ein engagiertes Team. Dazu gehören (neben anderen, die nicht jeden Freitag dabei sind) Ulla und Manfred Jüstel (v.l.), Gerda Esser, Rosemarie Fark, Christel Braun, Uta Schnier und Dieter Bode Foto: Hubertus Kost

Am Freitagmorgen in gemütlicher Runde eine Tasse Kaffee oder Tee trinken, ein belegtes Brötchen, ein Stück Kuchen oder eine Waffel verzehren, Bekannte und Freunde treffen, neue Kontakte knüpfen, einfach mal eben auf ein paar Sätze hereinschauen. Viele Nienberger wissen sofort, was gemeint ist: Das „Marktkaffee“ im katholischen Pfarrzentrum St. Sebastian. Den bekannten Treffpunkt im Stadtteil gibt es seit 20 Jahren.

Geburtstagsfeier? „Nein, aber durchaus Anlass für einen Rückblick,“ schmunzelt Uta Schnier . Gemeinsam mit Agnes Szymanski, Gerda Esser, Rosemarie Fark , Markus Gutfleisch und Manfred Jüstel hatte sie vor 20 Jahren die Idee, Nienberger miteinander ins Gespräch zu bringen. Die Überlegung zu einer Begegnung entstand im Arbeitskreis „Offene Gemeinde“ der St.-Sebastian-Pfarrei.

Schnell gab es Kontakte zur evangelischen Lydia-Gemeinde, womit deutlich unterstrichen wurde, dass keine konfessionelle Einrichtung entstehen sollte. Die Initiatoren gingen noch einen Schritt weiter. „Wir wollten auch Menschen erreichen, die nichts mit Kirche zu tun haben“, sagt Gerda Esser. Deshalb ist das Marktkaffee ein Treffpunkt für alle, die gern ein paar Minuten – oder auch ein paar Stunden – zusammenkommen möchten.

Warum freitags? Dafür gibt es einen ganz einfachen Grund: Am Freitag ist Wochenmarkt in Nienberge. „Viele Gäste bummeln über den Markt, bevor sie zu uns kommen“, sagt Uta Schnier. Und natürlich kennen auch die Marktbeschicker das Marktkaffee, für das sie in den ersten Jahren sogar Werbung an ihren Ständen machten.

Das ist längst nicht mehr notwendig, denn das Marktkaffee ist eine Institution. Ein großer Teil der Besucher sind Stammgäste, einige kommen bereits zur Öffnung um 9 Uhr. Die Öffnungszeit endet um 12 Uhr. In den drei Stunden sind meistens alle 24 Plätze besetzt, oft auch mehrmals. „Wenn der Platz nicht reicht, dann holen wir gern noch ein paar Stühle dazu“, betont Rosemarie Fark.

Bei den Besuchern ist sie ebenso bekannt und geschätzt wie die anderen ehrenamtlichen Kräfte, die sich dafür einsetzen, dass das Marktkaffee „läuft“: Stühle zusammenrücken, Tische dekorieren, Kaffee kochen, Brötchen und Kuchen backen, Säfte bereitstellen und insgesamt für eine Atmosphäre sorgen, in der sich alle wohlfühlen. Ein eindrucksvoller Beweis dafür ist eine kleine Besuchergruppe, die (fast) jeden Freitag über die gesamte Öffnungszeit im Marktkaffee zusammensitzt.

Die Idee, einen Treffpunkt zu schaffen, ist ganz aktuell geblieben. Auch der ursprüngliche Ansatz wurde schnell umgesetzt: Bei „einer Tasse Kaffee“ miteinander ins Gespräch kommen, Besucher kennenlernen, Bekanntschaften entwickeln und pflegen.

Das Marktkaffee ist kein kommerzielles Café. Die Erlöse kommen komplett sozialen Einrichtungen vor Ort und Projekten in der Entwicklungshilfe zugute. Sichtlich stolz verkündete Rosemarie Fark die Summe, die dafür in 20 Jahren zusammengekommen ist: 62 000 Euro.

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