Neue Druckrohrleitung führt von Häger nach Coerde
Das Ende der Kläranlage naht

Münster-Nienberge -

Um das Wachstum Hägers zu ermöglichen, muss die Kapazität der Kläranlage erweitert werden. Da ein Neubau oder Erweiterung laut Stadt unwirtschaftlich wären, gibt es eine andere Lösung.

Mittwoch, 26.02.2020, 17:52 Uhr aktualisiert: 28.02.2020, 18:26 Uhr
Die Kläranlage in Häger weicht einem Pumpwerk für eine Doppeldruckrohrleitung.
Die Kläranlage in Häger weicht einem Pumpwerk für eine Doppeldruckrohrleitung. Foto: Kay Böckling

Die Kläranlage in Nienberge-Häger hat ihre besten Tage hinter sich. Ihre Schließung ist für das Jahr 2023 terminiert. Das zumindest ist der Vorschlag des städtischen Tiefbauamts. Hintergrund ist der Baubeschluss für eine Doppeldruckrohrleitung sowie zwei Pumpwerke. Damit soll das Abwasser vom Stadtteil über das Pumpwerk Coerde bis zur Hauptkläranlage geleitet werden.

Die aktuelle Kläranlage ist so gut wie ausgelastet. Entsprechend ist eine bauliche Entwicklung des Stadtteils schon aus diesem Grund nicht möglich. Einen Neubau oder eine Erweiterung der Kläranlage erachtet die Fachverwaltung laut einer Beschlussvorlage für unwirtschaftlich. Mit eben dieser Vorlage befasst sich die Bezirksvertretung Münster-West in ihrer heutigen Sitzung ab 17 Uhr in den Räumen der ehemaligen Augustin-Wibbelt-Schule in Roxel. Die Kosten für die Doppeldruckrohrleitung sowie die beiden Pumpwerke beziffert das Tiefbauamt auf 7,43 Millionen Euro. Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein. Man rechnet mit einer Bauzeit von insgesamt 25 Monaten.

Ein neues Pumpwerk soll auf dem Gelände der aktuell noch in Betrieb befindlichen Kläranlage am Plantstaken entstehen. Ein zweites Pumpwerk entsteht „Am Knapp“ in Münsters Norden und ersetzt das marode Werk. Die Druckrohrleitung ist rund 5,8 Kilometer lang und für 2700 Einwohner ausgelegt. „Im Trockenwetterfall sowie bei geringen Regenereignissen reicht die Kapazität einer Leitung aus“, schreibt die Fachverwaltung. Ansonsten komme die zweite Leitung zum Einsatz.

Die Verlegung der beiden Leitungen soll weitestgehend über den öffentlichen Straßenraum erfolgen. Diese sollen nach den erfolgten Arbeiten wieder hergestellt werden. „Im Bereich der Straße Max-Klemens-Kanal müssen die Arbeiten unter Berücksichtigung des Bodendenkmals ausgeführt werden“, schreibt das Tiefbauamt. Und weiter: „Die verkehrlichen Belange werden berücksichtigt.“ Will heißen: Man will die Beeinträchtigungen so gering wie möglich halten und wichtige Zufahrten aufrecht erhalten.

Perspektivisch soll auch eine neue Druckrohrleitung vom Pumpwerk am Waltruper Weg zum Plantstaken hergestellt werden: „Damit wird auch die Entsorgungssicherheit für die Erweiterung des Stadtteils abgedeckt“, so das Tiefbauamt.

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