„Holzernte“ am Nienberger Lärmschutzwall
„Aktion in der Hauptbrutzeit ist nicht nachzuvollziehen“

Münster-Nienberge -

Als „sehr befremdlich“ empfindet Thomas Voß die Arbeiten, die der Landesbetrieb Wald und Holz NRW derzeit am Rande Nienberges vornimmt. Dem Naturfreund geht es dabei ums Wohl junger Tiere.

Montag, 20.04.2020, 22:44 Uhr aktualisiert: 21.04.2020, 16:54 Uhr
Eichhörnchenbabys hat Thomas Voß in den vergangenen Wochen als Findelkinder aufgezogen und bereits ausgewildert.
Eichhörnchenbabys hat Thomas Voß in den vergangenen Wochen als Findelkinder aufgezogen und bereits ausgewildert. Foto: Th. Voß

Die vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW angekündigten derzeitigen Baumfällungen am Nienberger Lärmschutzwall (wir berichteten) werden von so manchem Naturfreund offenbar recht kritisch bewertet. So auch von Leser Thomas Voß . Er schrieb der Redaktion eine E-Mail zu der seit gestern laufenden „Holzernte“.

Die Aktivitäten am Lärmschutzwall seien zu dieser Jahreszeit aus seiner Sicht „sehr befremdlich“, schreibt Voß. Er habe nichts gegen Verkehrssicherungsmaßnahmen einzuwenden. Diese seien selbstredend erforderlich. „Aber wir hatten einen sehr milden Winter, da hätte diese ,Holzernte‘ doch wohl sehr gut im zugelassenen Zeitraum bis Ende Februar durchgeführt werden können. Aber ausgerechnet jetzt in der Hauptbrutzeit unserer Singvögel und der Aufzucht von Eichhörnchen diese Aktion durchzuführen, ist schwer nachzuvollziehen“, wundert sich der Naturfreund über die Aktion.

Viele Tiere seien aktiv, was man auch an „Findelkindern“ sehen könne, die sich in seiner Obhut befänden. Amselküken seien ihm gebracht worden, nachdem deren Eltern einem Sperber zum Opfer gefallen seien, und Eichhörnchenbabys, nachdem sich ihre Mutter in einem Balkonnetz verfangen habe und darin verendet sei. Die Amseln seien bald flügge und würden wieder in die Freiheit entlassen, die Eichhörnchen seien schon vor ein paar Tagen ausgewildert worden.

„Ich hoffe nur, dass der Landesbetrieb Straßen NRW und der Landesbetrieb Wald und Holz NRW die Pappeln vor dem Fällen auf vorhandene belegte Nester und Eichhörnchenkobel kontrollieren und gegebenenfalls geeignete Maßnahmen ergreifen, um diese sach- und fachgerecht umzusetzen“.

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