Nienberger wünscht sich Aufnahme des Stadtteils in den Aktionsplan
Der Kampf gegen den Lärm geht weiter

Münster-Nienberge -

Nachdem der erste Frust und die Enttäuschung sich ein wenig gesetzt haben, zeigen sich die Verfechter des aktiven Lärmschutzes beim Ausbau der A1 wieder kampfbereit.

Dienstag, 07.07.2020, 17:20 Uhr aktualisiert: 08.07.2020, 08:09 Uhr
Bezirksbürgermeister Stephan Brinktrine (l.) und
Bezirksbürgermeister Stephan Brinktrine (l.) und Foto: Kay Böckling

Ans Aufgeben ist nicht zu denken: Nachdem der erste Frust und die Enttäuschung sich ein wenig gesetzt haben, zeigen sich die Verfechter des aktiven Lärmschutzes beim Ausbau der A1 wieder kampfbereit. Sie fordern unverändert die Verwendung des offenporigen Asphalts – den sogenannten Flüsterasphalts – beim Autobahnausbau. Und das, obgleich sie jüngst bekanntlich mit ihrer diesbezüglich eingereichten Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig scheiterten.lärm

Unterstützung aus der Politik

Nun hoffen die Nienberger darauf, in die dritte Runde des Lärmaktionsplans der Stadt Münster aufgenommen zu werden. Unterstützung erhalten sie bei ihrem Ansinnen auch aus der Politik. So sprechen sich mit Dr. Michael Jung , SPD-Kandidat für den Posten des Oberbürgermeisters, sowie Stephan Brinktrine, Bezirksbürgermeister für den Stadtbezirk Münster-West, Politiker für besagte Aufnahme in den Lärmaktionsplan aus.

Bezüglich des Lärmaktionsplans stellt Jung fest: „Das Konzept darf sich nicht nur auf die Innenstadt konzentrieren, sondern muss auch die Außenbezirke berücksichtigen.“ Die Belange der Menschen, die direkt an der Autobahn leben und sich seit Jahren für den Lärmschutz einsetzen, müssten in eben jenem Lärmaktionsplan Berücksichtigung finden.

Offenporiger Asphalt

Der Nienberger Klaus Becker, der stellvertretend für zahlreiche Betroffene mit einer Klage vor das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zog, stellte bei einem Ortstermin den Antrag auf Aufnahme in den Lärmaktionsplan vor. Mit entsprechender Aufnahme möchte er insgesamt vier Maßnahmen verwirklicht sehen: Da wäre zunächst die Verarbeitung von offenporigem Asphalt auf der A1 im Bereich von Nienberge auf einer Länge von 1800 Metern.

Wunsch: Geschwindigkeitsbegrenzung

Des Weiteren wünschen sich die Antragsteller eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Autobahn für Pkw auf 100 Stundenkilometer sowie für Lkw auf 60 Stundenkilometer. Zudem möchte man den Bereich rund um die Lärmschutzwälle als „ruhige Gebiete“ im Lärmaktionsplan ausgewiesen wissen. Becker: „Das hat den Vorteil, dass besagte Flächen auch einem gewissen Schutz unterliegen.“ Zu guter Letzt möchte man die Altenberger Straße zurückgebaut wissen „mit entsprechender Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 Stundenkilometer“.

Becker verdeutlicht in seinem Antrag die verkehrstechnische Lage des Stadtteils Nienberge und begründet damit unter anderem die beantragte Aufnahme in den Aktionsplan: „Belastung des Ortes durch Verkehrslärm von einer sechsspurigen Autobahn, von einer vierspurigen Bundesstraße und von zwei Landstraßen.“

Stephan Brinktrine räumt der beantragten Aufnahme in besagten Lärmaktionsplan gute Chancen ein. So erinnert er an einen vor einigen Jahren gefassten Ratsbeschluss: „Dort wurde die Stadt aufgefordert, sich mit Land und Bund ins Benehmen zu setzen, um dafür zu sorgen, dass eben dieser offenporige Asphalt respektive eine Geschwindigkeitsbegrenzung hier hinkommt.“ Mit Blick auf die gescheiterte Klage meint Brinktrine: „Wichtig ist es, dass mit diesem für die Bürger sehr negativen Urteil die Sache hier nicht enden darf. Der Lärm bleibt ja.“

Bislang macht die Stadt herzlich wenig.

Brinktrine

Und was haben die Initiatoren des Antrags von einer eventuellen Aufnahme in den Lärmaktionsplan? Jung: „Dann ist die Stadtverwaltung aufgefordert, die entsprechenden Maßnahmen mit Bund und Land einzuleiten und die formulierten Maßnahmen zur offiziellen Position der Stadt zu machen.“

Aber geschah dies nicht bereits durch besagten Ratsbeschluss? Brinktrine: „Bislang macht die Stadt herzlich wenig. Also muss Politik die Verwaltung an der Stelle noch einmal konkret beauftragen und sagen: In diese Richtung soll es gehen.“

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