Neubearbeitung des Urkatasters von Nienberge gibt Zeugnis von der Siedlungsgeschichte
Einsicht in viele Hofakten

Münster-Nienberge -

In seinem neuesten im Aschendorff-Verlag erschienenen Buch wirft Kartograph Dieter Overhageböck einen genauen Blick auf seine Heimatgemeinde. Die Neubearbeitung des Urkatasters von Nienberge 1825 bis 1829 gibt spannende Einblicke auch in die Siedlungsgeschichte.

Samstag, 01.08.2020, 05:15 Uhr aktualisiert: 01.08.2020, 05:20 Uhr
Dieter Overhageböck (M.) hat eine Neubearbeitung und Neuzeichnung des Urkatasters der Gemeinde Nienberge von 1825 bis 1829 erstellt. Vorgestellt haben das Buch (v.l.) Verleger und Herausgeber Dr. Peter Worm (Direktor des Stadtarchivs Münster), Dr. Dirk F. Paßmann (Leiter des Aschendorff-Buchverlags), Anja Gussek (Stadtarchiv) und Dr. Hannes Lambacher (ehemaliger Leiter des Stadtarchivs).
Dieter Overhageböck (M.) hat eine Neubearbeitung und Neuzeichnung des Urkatasters der Gemeinde Nienberge von 1825 bis 1829 erstellt. Vorgestellt haben das Buch (v.l.) Verleger und Herausgeber Dr. Peter Worm (Direktor des Stadtarchivs Münster), Dr. Dirk F. Paßmann (Leiter des Aschendorff-Buchverlags), Anja Gussek (Stadtarchiv) und Dr. Hannes Lambacher (ehemaliger Leiter des Stadtarchivs). Foto: Oliver Werner

Zweieinhalb Jahre hat Dieter Overhageböck an seinem neusten Werk gearbeitet: Im Zentrum steht die Aufarbeitung und Neuzeichnung des Urkatasters seiner Heimatgemeinde Nienberge von 1825 bis 1829. Erschienen ist das Buch im unter anderem für seine historischen Publikationen bekannten Aschendorff-Buchverlag.

Bei der offiziellen Vorstellung des Buches im Verlagshaus waren auch Vertreter des Stadtarchivs Münster dabei, das das Buch mit herausgibt.

„Wir haben schon viele spannende Bücher zusammen herausgebracht“, sagte Verlagsleiter Dr. Dirk F. Paßmann und warf einen Blick auf viele Werke, die bereits in der Reihe „Quellen und Forschungen zur Geschichte der Stadt Münster“ erschienen sind.

Darunter nun auch das 161 Seiten starke Werk zur Geschichte Nienberges. Der Diplom-Geograph und Kartograph Dieter Overhageböck hat sich nicht das erste Mal ans Werk gemacht. 2017 erschien seine Neubearbeitung des Urkatasters der Altstadt Münsters.

Jetzt hat er sich seinem Heimatort gewidmet. Dass er fast alle Grundstückseigentümer kenne, habe die Arbeit erleichtert, sagte Dieter Overhageböck. Er habe Einsicht in viele Hofakten bekommen.

Die von ihm in mehr als zweijähriger Arbeit aufbereiteten und neu erstellten Karten geben auch einen Überblick über die Besitzverhältnisse zwischen 1825 und 1829. „Daraus lässt sich viel über die Siedlungsgeschichte ablesen“, so Anja Gussek, stellvertretende Leiterin des Stadtarchivs.

Darüber hinaus hat Overhageböck auch Themenkarten erstellt – beispielsweise eine Zusammenfassung der großen Grundbesitzer oder eine Karte zur Stromversorgung des Dorfs Nienberge. Für Nachfahren besonders interessant: Das alphabetische Register der Grundeigentümer verzeichnet deren Besitz.

Die Erstellung von Urkatastern sei durchaus umstritten gewesen, erläuterte der ehemalige Leiter des Stadtarchivs, Dr. Hannes Lambacher. „Die Vermessungsleute wurden teilweise mit Mistgabeln vom Hof gejagt“, sagte Dieter Overhageböck. Denn: Die erste grundlegende Vermessung des Rheinlandes und Westfalens zwischen 1820 und 1835 diente dazu, die Grundsteuer genauer zu berechnen. „Da haben sich die Eigentümer natürlich zurückgehalten“, so Lambacher.

Produziert wurde das Buch mit Unterstützung des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen (NRW), wie die Herausgeber betonen.

Ein nächster Band über die Gemeinde Mauritz ist bereits in Arbeit. Overhageböck: „Zwei Drittel habe ich schon fertig.“

Dieter Overhageböck: Das Urkataster der Gemeinde Nienberge 1825-1829, Reihe „Quellen und Forschungen zur Geschichte der Stadt Münster“, Aschendorff Verlag, 161 Seiten, 78 Euro

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