Lkw-Oldtimertreffen „Münster Classics“ im Nienberger Gewerbegebiet
Stelldichein historischer Brummis

Münster-Nienberge -

Wer sich für schmucke Nutzfahrzeug-Oldtimer interessiert, der kam im Nienberger Gewerbegebiet voll auf seine Kosten: Dort fand ein Lkw-Oldtimertreffen mit fast 50 Fahrzeugen statt.

Sonntag, 13.09.2020, 18:28 Uhr aktualisiert: 17.09.2020, 17:12 Uhr
Berthold Bullmann (l.) war mit seinem Magirus Deutz aus dem Jahr 1974 beim Oldtimer-Treffen vertreten. Er genoss es, mit Karl-Heinz Pawelzik ein wenig zu fachsimpeln.
Berthold Bullmann (l.) war mit seinem Magirus Deutz aus dem Jahr 1974 beim Oldtimer-Treffen vertreten. Er genoss es, mit Karl-Heinz Pawelzik ein wenig zu fachsimpeln. Foto: ann

Einen vollen Parkplatz mit betagten Nutzfahrzeug-Veteranen, von denen etliche 60 Jahre und mehr auf dem Buckel haben, sieht man nicht alle Tage. Im Nienberger Gewerbegebiet, auf dem Parkplatz des Möbelhauses Höffner, war dies am Samstag jedoch der Fall: Dort hatten die „Oldtimerfreunde MS & MS-Land“ zum Lkw-Oldtimertreffen „Münster Classics“ eingeladen.

Knapp 50 Brummis waren der Einladung gefolgt und hatten den Weg unter anderem aus Bochum, Gevelsberg, Rheine und Frechen zu diesem „Familientreffen“ zurückgelegt. Die „Eintrittskarte“ für die Vehikel der Marken Büssing , Hentschel, Magirus Deutz, Hanomag und andere mehr war gewissermaßen das „H“ für historisch auf dem Nummernschild.

Da blitzte der Chrom an den gewaltigen Dinosauriern der Landstraße, da war der Lack liebevoll poliert, und seidig-matt glänzten die schwarzen Reifen mit beeindruckenden Profilen. Was für die einen ein großes Ungetüm aus Blech ist, ist für die Fans ein mit Herzblut gepflegtes Hobby. In der Szene kennt man sich. Da treffen sich Frontlenker und „Hauber“ zu Ausfahrten oder zum „Kippertreffen“ in der Sandgrube. Unter mancher Plane einer Ladefläche parkt inzwischen ein Wohnwagen und ein alter Feuerwehrwagen hat, dort, wo einmal ein 2000 Liter-Tank war, nun Platz zum Übernachten.

„Von den etwa 50 bis 60 Millionen Autos in Deutschland sind gerade mal 300 000 historische Fahrzeuge, die meist nur gelegentlich bewegt werden. Sie stehen für Entschleunigung und Langmut, die der Besitzer braucht“, erklärt Berthold Bullmann von der Nutzfahrzeug-Veteranen-Gemeinschaft. „Umweltbedenken habe ich nicht. Wir erhalten historisches Kulturgut und genießen glücklicherweise eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung. Bei vielen laufen nämlich Filme der Erinnerung im Kopf ab, wenn sie so alte Schätzchen sehen.“

Vorsitzender der münsterischen Oldtimerfreunde ist Karl-Heinz Pawelzik. Er ist Gesundheitsmanager und verfolgt bei aller Begeisterung für Oldtimer noch ein anderes Ziel. „Sehr viele Menschen haben viel Zeit und viel Interesse für ihr Hobby, aber wenig für ihre Gesundheit.“ So möchte er den Sympathiefaktor der Oldtimer-Events gleichzeitig nutzen zur Sensibilisierung für Gesundheitsvorsorge, bei den Teilnehmern ebenso wie bei den Besuchern. Blutdruckuntersuchungen und Sehtests gab es schon. Sie wären zu Corona-Zeiten allerdings schlecht durchführbar. Für 2021 plant Pawelzik eine Kampagne „Impf-Information“.

Lydia Hannenberg, Marketingleiterin des gastgebenden Möbelhauses, war zufrieden mit dem Interesse am Oldtimer-Auftrieb. Künftig soll das Veteranentreffen stets am zweiten Samstag im September stattfinden.

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