Sambuca-Läufer und der Marathon
Corona? „. . . und wir laufen doch!“

Münster-Nienberge -

Sie laufen viel und gern. Und seit 2002 sind sie beim Münster-Marathon dabei. Doch als dieser ausfiel, sollte das viele Training nicht umsonst gewesen sein: Sechs Männer liefen ihren eigenen Marathon - auf der (fast komplett) regulären Strecke quer durch Münster.

Montag, 28.09.2020, 16:54 Uhr aktualisiert: 02.10.2020, 17:24 Uhr
Ziel erreicht. Die „Sambuca-Läufer“ werden auf dem Prinzipalmarkt mit Musik empfangen.
Ziel erreicht. Die „Sambuca-Läufer“ werden auf dem Prinzipalmarkt mit Musik empfangen. Foto: Privat

Den Volksbank-Münster-Marathon 2020 gab es wegen Corona nicht, eine kleine Gruppe von sechs kernigen Männern aus Nienberge und Roxel lief am vergangenen Sonntag trotzdem die bekannte Strecke – so wie seit 2002, als der Marathon in Münster zum ersten Mal an den Start ging.

„Wir laufen trotz Corona – das war unsere gemeinsame Haltung, und deshalb haben wir einen eigenen Lauf organisiert,“ sagt der Nienberger Landwirt Winfried Dahlhaus . „Wir“, das sind neben ihm Frank Lübbering, Willi Hakenes, Uwe Meier, Reinhard Zumdick und Peter Leonhard. Alle sind inzwischen „so um die 60“ und sportlich gut drauf. Seit 2001 sind sie in Laufschuhen unterwegs. Vier bis fünf Mal die Woche wird trainiert.

Der Anfang war musikalisch: Die Ehefrauen sangen im Chor, und die Männer überlegten, sich gemeinsam sportlich zu betätigen. Die Idee: „Wir laufen.“ Und dann so ganz spontan die nächste Idee: „Wir laufen beim Münster-Marathon mit.“ Dann wurde die Sache konkret. 2002 gingen die Läufer an den Start.

„Wir wollten mitmachen und Spaß haben,“ sagt Frank Lübbering, „und das Ziel wollten wir auf jeden Fall erreichen.“ Schmunzelnd ergänzt er dann: „Unter den Ersten waren wir nicht, unter den Letzten aber auch nicht,“ Das ist so geblieben. „Wir sind nicht schlecht“, nennen das die Hobbyläufer bescheiden, wenn sie die Strecke (42,195 Kilometer) bewältigt haben.

Die Gruppe blieb zusammen, aus dem Lauftreff entwickelte sich ein Freundeskreis. Zwei Marathon-Reisen (nach Zypern und Malta) wurden unternommen, weitere Lauf-Ereignisse festigten den Zusammenhalt.

Auch einen Namen haben sie sich gegeben: Sambuca-Läufer. Das hat einen Grund. Die Hobby-Sportler treffen sich jeden Dienstag im Ristorante-Pizzeria „Dalla Mamma“ in Nienberge. Nach dem gemeinsamen Essen gibt es einen Sambuca. Den farblosen klaren Likör, der gern mit drei Kaffeebohnen serviert wird, spendiert Vittorio Turco. Der Gastwirt und sein Geschäftspartner Nico Eichinger sind inzwischen auch Sponsoren der „Sambuca-Läufer“. Die T-Shirts machen das deutlich.

Zurück zum Marathon-Lauf: Vom Schlossplatz ging es an den Start und auf die Strecke. Unterwegs versorgten die „Läufer-Frauen“ ihre Männer mit Mineralwasser, auch in Nienberge war eine Station aufgebaut. In diesem Stadtteil ist beim eigentlichen Münster-Marathon immer richtig gute Stimmung. „Das hat schon gefehlt,“ bedauert Winfried Dahlhaus.

Am Ziel (Prinzipalmarkt) gab es für die „Sambuca-Läufer“ eine besondere Überraschung: Dort wurden sie von ihrem Frauen begrüßt und gefeiert. Elisabeth Dahlhaus, die Ehefrau von Winfried, spielte auf dem Keyboard, um die Technik kümmerte sich sein Bruder Engelbert.

In den nächsten Tagen steht wieder Training auf dem Programm. Und jeden Dienstag geht‘s es zum Treff in die Pizzeria. Der Münster-Marathon ist übrigens auch schon gesetzt: Sonntag, 12. September 2021.

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