Vortragsabend „Krieg und Vertreibung in Syrien und im Irak“
Eindrucksvoller Bericht über einen Konflikt ohne Hoffnung

Münster-Nienberge -

Es ging um Menschen in zerstörten Städten und Flüchtlingslagern: In der Nienberger St.-Sebastian-Kirche berichtete Pfarrer Dr. Jochen Reidegeld von der Not, die die Aktion Hoffnungsschimmer zu lindern versucht.

Mittwoch, 07.10.2020, 18:40 Uhr
Berichtete bei seinem Vortrag in der St.-Sebastian-Kirche von Krieg und Vertreibung in Syrien und im Irak: Pfarrer Jochen Reidegeld.
Berichtete bei seinem Vortrag in der St.-Sebastian-Kirche von Krieg und Vertreibung in Syrien und im Irak: Pfarrer Jochen Reidegeld.

Es war keine leichte Kost, die den zahlreichen Zuhörern in der St.-Sebastian-Kirche geboten wurde: Der Interkulturelle Arbeitskreis und die Katholische Frauengemeinschaft ( kfd ) hatten gemeinsam zum Vortrag „Konflikt ohne Hoffnung – Krieg und Vertreibung in Syrien und im Irak“ mit dem Referenten Dr. Jochen Reidegeld, leitender Pfarrer in St. Nikomedes Steinfurt, eingeladen.

Seit 2015 unterstützt der Geistliche mit der Aktion Hoffnungsschimmer die Menschen in den zerstörten Städten und Flüchtlingslagern. Im Wesentlichen geht es dabei um Jesiden und christliche Minderheiten, die vom sogenannten Islamischen Staat (IS) aus den betroffenen Gebieten durch systematische Zerstörung der Infrastruktur, Industrie und Krankenhäuser vertrieben wurden.

„Damit nicht genug, verschärft der IS durch brutale Sabotageakte die ohnehin schwierigen Lebensumstände, indem zum Beispiel Flüsse umgeleitet und Brunnen vergiftet werden. Frauen und Mädchen werden entführt, vergewaltigt und misshandelt. Jungen und Männer getötet sowie Kinder zu Selbstmordattentätern ausgebildet“, erläutern der Interkulturelle Arbeitskreis und die Nienberger kfd in einer Mitteilung zum Vortrag von Jochen Reidegeld.

Die tiefe Sorge um die Menschen in Syrien, im Nordirak und im Shingal-Gebirge sei mehr als deutlich geworden. Gemeinsam mit Menschen, die die Hilfe organisieren – unter anderem durch die Einrichtung von Schulen in Flüchtlingslagern und die Versorgung mit lebenswichtigen Artikeln – würden Sanitätsstationen aufgebaut, mit Spenden auch aus Münster.

„Die große Hoffnungslosigkeit der Menschen, die Sorge ihre Heimat nie wiederzusehen, keine Schulbildung zu erhalten, führt zu einer enorm hohen Selbstmordrate insbesondere unter Jugendlichen“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Menschen aus Syrien und dem Irak, die in Nienberge eine neue Heimat gefunden haben, berichteten am Vortragsabend spontan eindrucksvoll vom großen Stellenwert dieser Hilfen.

Die Frage, was jeder Einzelne tun kann, beantwortete Pfarrer Reidegeld so: „Lassen Sie uns nicht von Flüchtlingen sprechen, sondern von Frauen und Männern, Töchtern und Söhnen, Schwestern und Brüdern. Damit geben wir diesen Menschen ein Gesicht und eine Stimme, zeigen ihnen, dass sie nicht vergessen sind.“

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