Das neue „Heimatblatt für Nienberge“ ist fertig
Blick auf Höfe und Häuser in Häger

Münster-Nienberge -

Zum mittlerweile 35. Mal in jährlicher Folge gibt der Nienberger Heimatverein zur Adventszeit sein Heimatblatt heraus. 500 Exemplare warten auf Leser.

Dienstag, 01.12.2020, 23:11 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 18:06 Uhr
Haben das neue „Heimatblatt für Nienberge“ zusammengestellt: Reinhold Klumpe (r.) und Werner Döring.
Haben das neue „Heimatblatt für Nienberge“ zusammengestellt: Reinhold Klumpe (r.) und Werner Döring. Foto: sch

Am Mittwoch (2. Dezember) ist es so weit: Die neue Ausgabe des Nienberger Heimatblatts ist verkaufsbereit. Diesmal widmet es sich schwerpunktmäßig der Bauerschaft Häger. Bereits zum 35. Mal in jährlicher Folge ist das beliebte Heft unter der Regie des örtlichen Heimatvereins erschienen. Doch in diesem Jahr war es für Reinhold Klumpe und Werner Döring , die in bewährter Manier seit Jahren die Beiträge liefern, alles andere als leicht, das Heimatblatt zu produzieren. Schuld daran war die Corona-Krise.

Pandemiebedingt sei es schwierig und arbeitsintensiv gewesen, das neue „Heimatblatt für Nienberge“ zusammenzustellen, sagt das Duo. Doch das, was letztlich dabei herauskam, dürfte so manchen Nienberger Heimatfreund interessieren. Als dritte der vier Nienberger Bauerschaften steht diesmal Häger im Fokus des Interesses: Im münsterischen Ortsteil unterhalb des Vorbergshügels gab es bis etwa 1960 keine Straßennamen, dafür aber Nummern für Bauernhöfe und Häuser – 71 an der Zahl. 22 davon haben sich Klumpe und Döring fürs Heimatblatt vorgenommen. Die 49 unberücksichtigten sollen im Heimatblatt 2021 folgen.

Monatelang suchten Klumpe und Döring den Kontakt zu den Bewohnern der Bauerschaft. Sie suchten Gehöfte auf, stöberten in Dokumenten und sichteten historische Fotos, um ein möglichst umfassendes Bild von Häger aufzuzeigen. Dort finden sich einige der ältesten Bauernhöfe Münsters, die fast alle in der Willkommensschatzung von 1498/99 genannt werden, dem frühesten Dokument des Nienberger Kirchspiels. Bei ihren Recherchen im münsterischen Ortsteil stießen die beiden Blattmacher durchweg auf offene Ohren: „Alle haben uns bestens unterstützt“, freut sich Klumpe.

Viele der einstigen Bauernhöfe in Häger gebe es nicht mehr. Etliche seien umgebaut, Häuser und Ländereien verpachtet worden. Der Strukturwandel habe auch vor dem Hägertal keinen Halt gemacht. „Dort gibt es nur noch fünf Höfe, die Landwirtschaft im Haupterwerb betreiben“, weiß Klumpe. Auch die Zahl der Milchviehbetriebe sei auf lediglich zwei geschrumpft.

Im diesmal 67 Seiten starken Heimatblatt finden sich lesenswerte und reichhaltig bebilderte Beiträge zu den 22 porträtierten Gehöften und Häusern. Unterstützung wurde dem Duo Klumpe / Döring dabei von Norbert Bexten, Gerd Grahlmann, Harald Oeder und Mechthild Bexten zuteil, die ebenfalls Beiträge lieferten.

Der Leser der in einer Auflage von 500 Stück erschienenen Neuerscheinung erfährt, wie der Hof Engberding / Entrup-Lödde im Jahre 1964 dem Bau der Autobahn 1 weichen musste. Auch darüber, dass es in Häger mit Schulze Langenhorst und Schulze Relau einstmals zwei Schulzenhöfe gab und über deren Geschichte wird informiert. Der letzte Schulze Langenhorst musste im Jahr 1826 überschuldet seinen Hof verkaufen. Er starb als armer Knecht auf einem Nachbargehöft. Später wurde der einst größte Hof Hägers in 14 Kötterstellen aufgeteilt.

Das älteste Bauernhaus Münster, so wird im Heimatblatt erläutert, soll der Marienhof der Familie Diepenbroick-Grüter sein, heißt es. Und am Karfreitag 1945 kam es beim Absturz eines Kampffliegers auf dem Hof Farwick-Flothmann zu einem tragischen Todesfall, wobei der Pilot überlebte.

Ebenfalls im neuen Heimatblatt zu finden, ist unter anderem ein vierseitiger Beitrag von Rudolf Tegeler zur alten Schmiede in Häger.

Wurde das Heft den Mitgliedern des Nienberger Heimatvereins in den vergangenen Jahren beim traditionellen Grünkohlessen stets persönlich überreicht, so ist dies im Zeichen von Corona anno 2020 nicht möglich. Es wird ihnen deshalb ins Haus gebracht.

Für alle anderen Heimatfreunde ist das Heft im DIN A4-Format ab sofort für fünf Euro in der Nienberger Sparkassen- sowie der Volksbankfiliale und im Geschäft Ottenjann in der Sebastianstraße zu haben.

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