Roxel
Seelenlose oder ansprechende Architektur?

Freitag, 11.05.2007, 01:05 Uhr

Münster-Roxel. „Wieder wird ein Stück Roxeler Geschichte und Natur zerstört!“ Mit Bedauern hat der Vorstand des Heimat- und Kulturkreises zur Kenntnis genommen, dass an der Schelmenstiege 2 vor wenigen Tagen die alte „Tombrock-Schmiede“ abgerissen wurde. Das Wohnhaus soll in Kürze folgen, denn die Firma Projektbau Lingen will auf dem rund 3000 Quadratmeter großen Areal 13 Familienhäuser errichten. Das sehen die Heimat- und Kulturfreunde indes mit kritischen Augen: Zu gerne würden sie das in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts vom bekannten münsterischen Architekten Hans-Walter Rüschenschmidt erbaute Anwesen erhalten.

Allerdings scheinen die Heimatverbundenen mit ihrem Ansinnen allein auf weiter Flur zu stehen. Die Stadt Münster hat das Bauvorhaben des Lingener Investors genehmigt und das Gebäude zum Abriss freigegeben. Sie könne das Bestreben des Heimat- und Kulturkreises verstehen, alte Roxeler Gebäude zu erhalten, sagt Mechthild Mennebröcker von der städtischen Denkmalbehörde. Allerdings könne nicht jedes Objekt aus der Vergangenheit der Nachwelt bewahrt werden. Im Falle des Tombrock-Anwesens gebe es dafür keinen Anlass und keine rechtlichen Möglichkeiten, stellte die Denkmalpflegerin gestern gegenüber den WN klar. Das Haus stehe nicht unter Schutz.

Während der Vorstand des Heimat- und Kulturkreises sich vor „seelenloser, Gewinn bringender Funktionsarchitektur“ und der Abholzung eines alten Baumbestands fürchtet, hat Chris Hofschröer mit dem Projekt an der Schelmenstiege keinerlei Probleme. Der Geschäftsführer des Lingener Bauunternehmens verweist vielmehr auf die „ansprechende Architektur“ der geplanten 13 Familienhäuser. Und darauf, dass die vorhandenen Bäume möglichst erhalten bleiben sollen: Um die große Buche in der Mitte des Areals stehen zu lassen, sei sogar eigens um diese herumgeplant worden.

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