Albachten
Betreuung, Bildung und Beratung

Mittwoch, 13.06.2007, 21:06 Uhr

Münster-West. Kindertageseinrichtungen sollen künftig nicht nur für Erziehung, Bildung und Betreuung zuständig sein, sondern auch als Orte der „Familienförderung wirken“, sagt Sibylle Kratz-Trutti, Abteilungsleiterin im Amt für Kinder, Jugendliche und Familien. Die Landesregierung will deshalb bis zum Jahr 2012 in NRW 3000 Tageseinrichtungen für Kinder zu sogenannten Familienzentren ausbauen – in Münster sollen es einmal 41 werden. 15 münsterische Kindertagesstätten hatten sich dafür beworben, neun wählte das Amt für Kinder, Jugend und Familie aus. Und diesem Vorschlag stimmten auch die Kommunalpolitiker einstimmig zu.

In Münsters Westen sind es folgende drei Familienzentren, die jetzt ihre Arbeit aufnehmen können: Verbund der Kindertagesstätten St. Michael II und III (Träger katholische Kirchengemeinde St. Michael), Kindertagesstätte Lichtblick (Träger evangelische Jugendhilfe Münster) sowie die Kita Maria Aparecida (St.-Anna-Gemeinde Mecklenbeck). Hauptauswahlkriterium war die Anzahl der Kinder im Alter von null bis sechs Jahren, um vor allem viele junge Familien zu unterstützen.

12 000 Euro gibt das Land jedes Jahr und ohne zeitliche Befristung. Allerdings müssen sich die Familienzentren am Ende der einjährigen Pilotphase einer Überprüfung unterziehen und erhalten bei erfolgreicher „Abnahme“ ein Gütesiegel. Wie diese Zertifizierung konkret aussehen soll und wer diese übernimmt, steht allerdings noch nicht fest.

Fest steht dagegen, dass durch die Familienzentren die „Familien noch enger in den Blick genommen werden sollen“, kündigt Kratz-Trutti an. Dabei stehen Themenfelder wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die Sprachförderung und Beratungsangebote für Eltern im Vordergrund. In den Familienzentren sollen die Angebote vor Ort (zum Beispiel Familienbildungsstätten, Tagespflege, karitative Einrichtungen) gebündelt und stärker aufeinander abgestimmt werden. Kratz-Trutti: „So soll sich die Kindertageseinrichtung zum Knotenpunkt eines Netzwerkes entwickeln, das Familien umfassend begleitet, berät und unterstützt.“

Wie die Familienzentren die 12 000 Euro pro Jahr verwenden, bleibt ihnen selbst überlassen. Möglich seien Zuschüsse für Angebote, die externe Anbieter durchführen oder das Geld könne für die Bezahlung von Honorarkräften genutzt werden, so Kratz-Trutti.

„Wir werden nun mit Volldampf in die konkrete Planung und Umsetzung einsteigen“, freute sich gestern Doris Hoeter, Leiterin des Kindergartens St. Michael II. „Es werden Gespräche mit möglichen Kooperationspartnern stattfinden. Hier ist es uns besonders wichtig, Ressourcen von unseren Kita-Eltern mit einzubeziehen.“ Anschließend sollen in Zusammenarbeit mit der Tageseinrichtung St. Michael III gemeinsame Angebote entwickelt und durchgeführt werden.

Das Anne-Jacobi-Haus in Roxel (Träger CVJM Münster), das sich jetzt vergeblich beworben hatte, soll für das nächste Auswahlverfahren zum Kindergartenjahr 2008/2009 vorgeschlagen werden, kündigte Sibylle Kratz-Trutti weiter an. Da die Anzahl der Mädchen und Jungen in den kommenden Jahren zunehmen werde, solle ihrer Ansicht nach auch in Roxel ein Familienzentrum eingerichtet werden.

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