MS-West
Skulptur exklusiv für Gievenbeck

Freitag, 22.06.2007, 18:06 Uhr

Münster-Gievenbeck. Sie heißt Kerstin Krügel , ist 30 Jahre jung und wird nach den Sommerferien ihr Referendariat an einem Gymnasium oder einer Gesamtschule irgendwo in Nordrhein-Westfalen beginnen. Wo genau, das weiß sie noch nicht. „Am liebsten würde ich nach Köln gehen“, sagt sie fröhlich. In den Fächern Kunst und Deutsch hat sie im Frühjahr ihr Examen gemacht – und sofort danach – ohne Pause – als Honorarkraft im Ganztagsbereich der Michael-Grundschule angefangen. Sie half den Kindern bei den Hausaufgaben, sie spielte mit ihnen – und sie hat zusammen mit den Grundschülern ein imposantes Kunst-Objekt geschaffen. Welcher Art, das ist in der münsterischen Hochzeit der Skulptur wohl nur eine rhetorische Frage. 2,50 Meter ist die Skulptur – exklusiv für Gievenbeck – hoch. Sie wird noch auf einen 70 Kilogramm schweren Betonsockel gehoben und kann dann auf dem Gelände der Michaelschule bestaunt werden.

Einen Tag vor den Ferien setzten die Kinder Kopf und Körper zusammen und bemalten Arme, Bauch, Schultern. . . Der Kopf hatte bereits Gesicht und Farbe. Jetzt braucht die Kunst nur noch einen Namen.

Die Idee, eine Skulptur mit Kindern zum Leben zu erwecken, hatte Kerstin Krügel zusammen mit ihrer Kollegin Dina Klute . Die Realisierung klappe schnell. Und was eine Skulptur ist, das haben die Kinder des Ganztagsbereichs begriffen – mit ihrem Verstand, mit ihren Händen, mit Bauch und Seele. An diesem außergewöhnlichen Skulptur-Projekt konnten alle Kinder aus der Offenen Ganztagsschule teilnehmen. „Alle hatte die Möglichkeit, ihre Ideen und besonderen Fähigkeiten einzubringen. Gerade das war das Spannende. So ist eine Gemeinschaftsarbeit entstanden, die ein Einzelner so nicht zustande gebracht hätte – unsere Betreuerinnen eingeschlossen“, sagt Kerstin Krügel. Die Kinder waren von Anfang an einbezogen. Davon zeugen vielen Bilder an den Wänden: Entwürfe für die Skulptur.

Aus diesen Bildern der Schüler zogen Krügel und Klute eine Quintessenz. Das Gerüst – bestehend aus drei Eisenstangen und Kaninchendraht – fertigten Kinder und Betreuerinnen. Es wurde mit Pappmaché ummantelt. Anschließend wurde der 2,50-Meter-Mann ohne Namen (oder ist es eine Frau?) bemalt. Jetzt fehlt noch Lack, dann ist das Fantasiewesen wetterfest für lange Zeit.

„Ich habe beobachtet, dass die Kinder sich im Laufe des kreativen Prozesses immer besser vorstellen konnten, was sie da eigentlich bauen. Die Skulptur nahm nach und nach konkrete Gestalt an, und erst bei Abschluss des Projektes begriffen die Kinder wirklich, woran sie gearbeitet hatten.“

Kerstin Krügel weiter: „Vielleicht ist das gemeinsame Arbeiten an der Skulptur nicht nur unter dem Aspekt des künstlerischen Gestaltens, sondern auch im Hinblick auf das soziale Miteinander für die Kinder ein Lernprozess gewesen. „Ich hoffe, dass sie sich über die selbst gebaute Skulptur freuen, dass sie sich in ihrer Neugierde und Offenheit bestätigt fühlen und dass sie sich diese bewahren.“ Und auch das sagt die angehende Referendarin: „Die Kinder bilden eine Teilöffentlichkeit, in der diese wichtigen Eigenschaften (noch) eine große Rolle spielen. Diese nicht zu vernachlässigen oder auszugrenzen, ist für die Gesellschaft wünschenswert und notwendig.“

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