Roxel
„Das ist keine Tropfsteinhöhle“

Freitag, 27.07.2007, 22:00 Uhr

Münster-Roxel. Die Vorfreude auf das Schwimmen in erfrischenden Fluten soll künftig bei den Gästen des Hallenbads Roxel schon vor Betreten des neu gestalteten Eingangsbereichs geweckt werden. Ein blaues Fensterband soll die Außenfassade bereichern. Die Fassade ist dann nicht mehr verklinkert, sondern erhält eine Schicht aus dunkelgrauem Terrakotta. Blautöne verschiedener Schattierungen finden sich auch im Innenraum, erläuterte Architektin Martina Schlüter vom Büro „Behet Bondzio Lin“ gestern auf der Baustelle.

Vom großzügigeren Foyer fällt der Blick durch ein neues Fenster in die Schwimmhalle. Der Badegast windet sich nicht mehr durch unbequeme Enge ins Innere. Der links liegende Glaserker wurde geschlossen. „Das Lager, das da drin war, haben wir dahin verlegt, wo vorher das Solarium war“, erläutert die Architektin. Mit dem Lager verschwinden Vorhang und Gitter – „das war einfach gruselig“, urteilt Martina Schlüter.

Während die Wände in vier Blautönen erstrahlen, wird der Boden grau gefliest. Für Sehbehinderte gibt es einen Leitpfad in dunklerem Grau mit vorstehenden, erstastbaren Noppen.

Die gelben Stützpfeiler in der Schwimmhalle werden graublau gestrichen. Dadurch soll das Wandmosaik besser zur Geltung kommen. Auch der bisher gelbe Sprungturm erhält einen dezent grauen Anstrich. „Wir haben versucht, dem Charakter des Bades gerecht zu werden, es aber insgesamt fröhlicher zu gestalten“, fasst die Architektin die Verschönerungsmaßnahmen zusammen.

Ein Teil der Gesamtkosten von 800 000 Euro entfällt auf technische Sanierungsarbeiten. Zum einen müssen viele Leitungen und Rohre erneuert werden. Zum anderen hat sich das 1978 errichtete Gebäude in den vergangenen fünf Jahren merklich gesetzt, erklärt Harald Koops vom Amt für Gebäudemanagement. Das Hallenbad steht auf einer Mergelschicht. Durch die regenarmen Sommer habe sich der Grundwasserstand abgesenkt, sodass der Mergel austrockne und schwinde, schildert die Architektin. Daher müsse das Fundament unterfangen werden. Es reicht 1,60 Meter in den Erdboden hinein. Weitere zwei Meter tief wird eine Betonschicht sein, die abschnittsweise unter das Gebäude gegossen wird.

Weil das Gebäude sich gesetzt hat, sind Risse in den Wänden entstanden – auch in den Außenmauern des Schwimmbeckens. Sie werden abgedichtet; die Betonwände sollen dann noch 20 bis 30 Jahre halten. „Es ist noch nicht so gravierend, dass das Becken undicht würde“, beruhigt Koops.

„Die Risse sind beim Hallenbad Roxel nicht besonders kritisch. Dort sieht es im Vergleich zu anderen Bädern noch recht gut aus“, meint die Architektin. „Wir sanieren definitiv nicht ein Bad, wo demnächst das Schwimmbecken undicht wird – das ist keine Tropfsteinhöhle“, weist sie Bedenken zurück. Das Schwimmbecken sei „eigentlich in einem sehr guten Zustand“.

Schon früher habe es Rissbildungen gegeben, sagte Harald Koops. An den Stellen wurden Gipsmarken angebracht. „Sie zeigten, dass die vorhandenen Risse stärker wurden. Außerdem kamen neue hinzu.“

Die komplette Fertigstellung mitsamt Außenfassade soll bis Ende September oder Anfang Oktober dauern. Das Bad wird jedoch schon in Betrieb gehen, wenn die Innensanierung abgeschlossen ist, sehr zur Freude der Schulen.

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