Roxel
Waghalsige Wendemanöver haben ein Ende

Montag, 23.07.2007, 21:07 Uhr

Münster-Roxel. „Das ist doch viel zu gefährlich, das kann doch nicht richtig sein“, schimpft Richard Bienas über eine Verkehrsbehinderung, die er nicht nachvollziehen kann. Anstatt dass die Schwerlast-Lkw von der Alten Landstraße auf die Baustelle des Lärmschutzwalls an der A 1 fuhren, blockierten sie tagelang mit umständlichen Wendemanövern die Roxeler Straße . Ein Arbeiter war extra abgestellt, um immer wieder den Verkehr aufzuhalten. Wenn ein Laster die Erde abgekippt hatte, kam jedes Mal ein Reinigungwagen, um die Straße zu säubern – das geschah circa vier Mal pro Stunde. Auch der Besenwagen fuhr quer über beide Fahrspuren. Nicht alle Fahrer ließen sich aufhalten, manche rauschten an den großen Lastern vorbei, ohne überblicken zu können, wer ihnen entgegenkam. Dieses Bild bot sich bis zum Wochenende.

Dann wollte der Landesbetrieb Straßen NRW, aufmerksam geworden durch eine Anfrage der WN, zunächst eine Temporeduzierung im Baustellenbereich von 70 auf 50 Stundenkilometer veranlassen. Jedoch wurde die Baustelle Freitagmittag zunächst vom Ordnungsamt stillgelegt. „In Abstimmung mit dem Tiefbauamt haben wir heute genehmigt, dass wieder die Alte Landstraße als Zufahrt genutzt werden kann“, sagte gestern Udo Seegers vom Ordnungsamt.

Anwohnerbeschwerden hatten dies zuvor verhindert, berichtet Georg Schiermann , Abteilungsleiter Bau in der Regionalniederlassung Münsterland des Landesbetriebs Straßen NRW. Die Alte Landstraße sei genutzt worden, ohne dass es dafür eine Genehmigung gegeben habe, stellt Seegers klar. Jetzt habe die Baufirma eine Kaution hinterlegt, von der die Beseitigung etwaiger Schäden bezahlt werden könne, sagt Schiermann. „Die Lkw mussten notgedrungen von der Roxeler Straße aus rückwärts fahren, denn sie können auf dem Wall nicht wenden“, erklärt Schiermann. Auch diese Lösung sei nicht vom Ordnungsamt genehmigt gewesen, betont Seegers. „Diese Baustelle wird es nicht mehr lange geben“, bemüht Schiermann sich, die Gemüter zu beruhigen: „Ende dieser Woche ist der Wall so weit fertig, dass er profiliert werden kann.“

Ein weiterer Abschnitt des Lärmschutzwalls entsteht in Richtung der Straße „Am Rohrbusch“. Von der Alten Landstraße aus fahren die Lkw jetzt rückwärts auf diesen Wall, schilderte Udo Seegers. Da die Alte Landstraße eine Sackgasse ist, seitdem die Autobahn gebaut wurde, behindern die großen Fahrzeuge dort nicht den fließenden Verkehr.

Bienas erinnert an den tödlichen Unfall, der sich im Jahr 1998 vor der britischen Oxford-Kaserne ereignete. Der Junge Marco war von einem Lkw überfahren worden, der ebenfalls auf der Roxeler Straße wendete. Damals durften die Lastwagen – auch in diesem Fall aufgrund von Anwohnerbeschwerden – nur über die Roxeler Straße in das Baugebiet Gievenbeck-Südwest einfahren. Weil das Linksabbiegen in die heutige Dieckmannstraße verboten war, wendeten sie vor der Kaserne. Noch heute erinnert ein mit Blumen geschmücktes Kreuz an das Unglück.

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