Roxel
Neue Gaspipeline bis Roxel

Mittwoch, 01.08.2007, 11:08 Uhr

Münster-Roxel. Im Winter 2008 könnte es kalt werden. Nicht nur draußen, sondern auch in den mit Erdgas beheizten Wohnungen. Jedenfalls zeigen Berechnungen der Eon Ruhrgas AG , dass die „verfügbare Transportkapazität auf dem Leitungsabschnitt Wettringen-Roxel ab Winter 2008 bei starker Kälte zur Bedarfsdeckung nicht mehr ausreicht“, informiert das in Essen ansässige Unternehmen. Daher soll eine rund 36 Kilometer lange Gaspipeline parallel zu einer bereits vorhandenen Leitung verlegt werden.

Der Baubeginn ist für das zweite Quartal 2008 geplant, teilte Helmut Roloff von der Eon Ruhrgas AG auf WN-Anfrage mit. Die Inbetriebnahme ist für das dritte Quartal 2008 vorgesehen. Westlich von Roxel , in der Bauerschaft Brock, wird eine Schieberstation errichtet. Dort sorgen Scheiben oder Kugeln in den Rohren dafür, dass die Gaszufuhr bei Bedarf unterbrochen werden kann, erklärte Roloff.

Die Rohre werden einen Durchmesser von 80 Zentimeter haben. Sie halten einen maximalen Druck von 100 Bar aus. Entlang der gesamten Strecke wird es einen zehn Meter breiten Schutzstreifen geben. „Darauf darf nicht gebaut werden, und es dürfen dort keine tief wurzelnden Pflanzen wachsen“, betonte Roloff.

Aktuelle Studien zum Energieverbrauch kündigen einen deutlichen Trend zur Steigerung des Erdgasverbrauchs an. In der energiewirtschaftlichen Begründung von Eon zum Leitungsbau heißt es zur künftigen Erdgas-Nachfrage: „Speziell bei deutschen Haushalten und Kleinverbrauchern als größten Erdgasverbrauchern wird in den nächsten Jahren ein stabiles Wachstum vorhergesagt. Zusätzlich steigt der Erdgasbedarf der Stromindustrie stark an.“

Die neue Transportleitung von Wettringen nach Roxel sorge für die Anbindung an einen der größten deutschen Erdgasspeicher in Epe. Dadurch werde die Versorgungssicherheit erhöht. Etwa die Hälfte des in Deutschland verbrauchten Erdgases wird für die Raumheizung eingesetzt.

Naturgemäß hängt die Höhe dieses Teils des Erdgasverbrauchs von den Außentemperaturen ab. Es gibt hohe Verbrauchsspitzen im Winter. Erdgasspeicher sind daher notwendig, um die Schwankungen zwischen dem Gasbezug und dem unterschiedlich hohen Verbrauch auszugleichen.

Der Erdgasspeicher der Eon Ruhrgas AG in Epe hat ein Gasvolumen von rund 1,7 Milliarden Kubikmetern. Das entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von rund 600 000 Einfamilienhäusern.

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