Albachten
Spagat zwischen Schule und Freizeit

Freitag, 21.09.2007, 10:09 Uhr

Münster-West. „Es gibt Probleme“, sagt Gerolf Kleinschmidt , pädagogischer Leiter des TSC Münster-Gievenbeck. Probleme mit Trainingszeiten , die mit dem Stundenplan von Schülern kollidieren. Im Judo habe es in letzter Zeit des Öfteren Anfragen gegeben, den Trainingsbetrieb nach hinten zu verlegen. Wenn um 15 Uhr die Judo-Matten herausgeholt werden, drücken viele Mädchen und Jungen noch die Schulbank.

Vor allem seit Einführung der Offenen Ganztags-Grundschule, so Kleinschmidt, können einige Schüler nicht vor 16 oder 16.30 Uhr ihrer sportlichen Freizeitbeschäftigung nachgehen. Betroffen, erklärt der pädagogischer Leiter weiter, seien vor allem Schüler bis zur siebten Klasse, die bislang ihr Training zwischen 15 und 17 Uhr absolvieren. Kleinschmidt: „Das geht jetzt häufig nicht mehr.“

Auf diese Situation habe sich der TSC bereits eingestellt. So kooperiere der Verein unter anderem mit der Michael- und Mosaik-Grundschule. Zwei Mal in der Woche werde dort nachmittags Sport im Offenen Ganztag angeboten. Rund 1000 Kinder und Jugendliche sind derzeit Mitglied beim TSC. Dem Trend zu längeren Schulzeiten müsse mit weiteren Kooperationen begegnet werden. Und die verlaufen „bislang gut“, freut sich Kleinschmidt. So stehe auch mit dem Stein-Gymnasium im Bereich Volleyball eine Zusammenarbeit bevor.

Vor allem in der Ensemble-Arbeit hat derweil Anneliese Janning , Vorsitzende der Musikschule Nienberge , festgestellt, seien die Probenzeiten nach hinten – auf 18 oder 19 Uhr – verschoben worden. Im Einzelunterricht seien bislang „kaum Probleme“ aufgetreten. Dies hänge allerdings mit der engen Kooperation mit den weiterführenden Schulen zusammen. So werde dort oftmals Unterricht vor Ort angeboten.

In Belgien oder den Niederlanden, berichtet Janning, sei der Musikschulunterricht an Samstagen wieder eingeführt worden. Dies sei allerdings in Nienberge derzeit kein Thema. Diesem Modell müssten nicht nur die Lehrer zustimmen, sondern auch die Stadt, da sie die Räume zur Verfügung stelle. „Aber das“, sagt Janning, „ist alles noch Zukunftsmusik.“ „Aber wer weiß schon, wie sich die Schullandschaft in den nächsten zehn Jahren entwickelt.“

„Wir überlegen auch, ob wir Gruppenstunden verlegen“, berichtet Sabrina Lingemann, Messdiener-Grupperleiterin der Gemeinde Liebfrauen-Überwasser. Sie gehört zur 15-köpfigen Messdienerleiterrunde, die sich regelmäßig im Pfarrheim St. Michael trifft, um sich inhaltlich und organisatorisch abzustimmen. 120 Gievenbecker im Alter von neun bis 22 Jahren sind derzeit als Messdiener im Einsatz. Die Gruppenstunden beginnen jetzt oftmals nicht vor 17 Uhr, erzählt die 20-Jährige weiter. Aber selbst zum späteren Gruppentermin könnten nicht alle rechtzeitig kommen, erzählt die Architektur- und Betriebswirtschafts-Studentin weiter. Vor allem die Fünft- bis Siebenklässler, die nach der Schule noch Hausaufgaben zu erledigen haben, schaffen es nicht immer, an den Gruppenstunden teilzunehmen.

Doch Terminschwierigkeiten gibt es nicht nur bei den Messdienern von Liebfrauen-Überwasser, sondern auch bei den Gruppenleitern. Da sie des Öfteren bis am späten Nachmittag Unterricht haben, sei selbst der 17-Uhr-Termin manchmal ein Problem.

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