Albachten
„Dorfsheriff“ läuft gern Marathon

Donnerstag, 30.08.2007, 19:08 Uhr

Münster-West. Auf frischer Tat ertappte Spitzbuben, die Clemens Kösters davonrennen wollen, hätten wohl kaum eine Chance: Der für Albachten und Mecklenbeck zuständige Bezirksbeamte der Polizei ist ein passionierter Läufer, der auch vor langen Strecken keinen Respekt hat. Wer sich der Festnahme durch Davonrennen entziehen wolle, werde vielleicht auf den ersten hundert Metern schneller sein. „Doch davonlaufen wird er mir auf Dauer höchstwahrscheinlich nicht“, sagt Kösters. Kein Wunder, der 48-Jährige „frisst“ nur allzu gern Kilometer – ist ein Runner, ein „Marathon-Man“.

Mit dem Laufsport angefangen hat der Albachten-Mecklenbecker „Dorfsheriff“ erst vor rund sieben Jahren. Nachdem er lange Zeit bei verschiedenen Vereinen auf Kreisliga-Niveau Fußball gespielt hatte, ließ der Polizeihauptkommissar sich von einem Fußballkollegen zur Teilnahme am Berlin-Marathon bewegen. Für ihn kein Problem: „Konditionell war ich schon immer gut.“ Mit einer Zeit von drei Stunden und 53 Minuten kam er ins Ziel – ein ordentliches Debüt.

Beim Kampf durch die 42,195 Kilometer lange Distanz fühlte sich Kösters vom Berliner Publikum, das den Läufern allerorten zujubelte, regelrecht getragen: „Die Zuschauer sind wie eine Wand, die einen anfeuert.“ Das gesteckte Ziel, „ankommen, unter vier Stunden bleiben und vor Joschka Fischer einlaufen“, erreichte er allemal.

Eigentlich wollte der Polizist nur einmal im Leben einen Marathon absolvieren. Doch als dann der erste Münster-Marathon angekündigt wurde, stand für Clemens Kösters fest, dass er auch diese Laufveranstaltung „vor der Haustür“ mitnehmen würde. „Granatengut“ sei bereits die Erstauflage des Marathons im Jahr 2002 gewesen, betont er. So kam es, dass Kösters die Begeisterung für die Langstrecke packte. Er führt sie auf den gelungenen Münster-Marathon sowie auf die Tatsache, dass er sich ständig verbessern konnte, zurück: „Das ist eine Bestätigung.“

Absolvierte der 48-Jährige den ersten münsterischen Marathon in drei Stunden und 23 Minuten, so wurde er bei den folgenden vier Auflagen kontinuierlich schneller. Beim Münster-Marathon 2006 errang Clemens Kösters mit 2 Stunden und 56 Minuten den 50. Platz unter den 2448 männlichen Finishern.

13 Marathons ist der Polizeibeamte bislang gelaufen, darunter auch einen im irischen Dublin. In puncto Laufen macht der verheiratete Vater dreier Kinder keine Pause. Nichtstun, in der Freizeit die Beine hochlegen und auf dem Sofa faulenzen, das liegt ihm nicht: „Ich bin das ganze Jahr über aktiv.“ Auch bei Halbmarathons sowie Fünf- und Zehn-Kilometer-Wettbewerben ist Kösters von Zeit zu Zeit mit von der Partie.

In der heißen Phase, rund zwei Monate vor einem Marathon, läuft der Langstrecken-Fan acht bis zehn Stunden pro Woche, in denen er dann bis zu 120 Kilometer in den Beinen hat. Hinzu kommen zwei, drei Stunden auf dem Rennrad. Viel freie Zeit ist dafür nötig. Seine Frau, sagt der Sportbegeisterte, „duldet mein Hobby“.

Ein Lieblingsrevier fürs Training hat Kösters nicht. Allerdings läuft der Albachten-Mecklenbecker „Dorfsheriff“, da er seit einiger Zeit der Dienststelle in Hiltrup zugeordnet ist, gerne in der Hohen Ward. Laufen will er, „so lange es gesundheitlich geht“. Er träumt davon, zum 50. Geburtstag beim London-Marathon oder beim Two-Oceans-Marathon in Kapstadt (Südafrika) mit von der Partie zu sein. Doch erst einmal geht’s zum 6. Münster-Marathon.

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