Roxel
Klage nur das letzte Mittel

Mittwoch, 10.10.2007, 19:10 Uhr

Münster-Roxel. Die Anlieger der Dorffeldstraße fühlen sich von Verwaltung und Politik an der Nase herumgeführt. Jetzt wollen sie geschlossen gegen die geplanten Anliegergebühren für die Sanierung ihrer Straße vorgehen. „60 Prozent der Kosten für die Fahrbahnsanierung und 80 Prozent der Kosten für die Gehwegsanierung will die Stadt uns aufdrücken“, erklärte Günter Pier bei einer Anliegerversammlung. Das sei seiner Ansicht nach zu viel – Warendorf fordere in vergleichbaren Fällen nur 30 Prozent und Eschweiler sogar nur 20 Prozent. Pier geht davon aus, dass eine Klage gegen die städtischen Gebührenbescheide Aussicht auf Erfolg hat.

Um ihre Interessen gemeinsam durchzusetzen, gründeten jetzt über 50 Anlieger eine Interessengemeinschaft (IG). Zum Sprecher wählten sie Günter Pier. Kassierer der IG Dorffeldstraße wurde Benno Wulfert und Schriftführerin Silke Stallivere. Als Beisitzer stehen dem geschäftsführenden Vorstand Berthold Benning, Heinz Hasenjürgen, Christian Gäher, Eduard Meyer und Norbert Lethen zur Verfügung.

„Uns geht es nicht darum, die Bauarbeiten zu verhindern, die Straße ist unumstritten sanierungsbedürftig“, stellte Christian Gäher klar. Einzig die Kosten, die auf die Bürger abgewälzt werden sollen, erscheinen den Mitgliedern der IG zu hoch. Außerdem sind sie der Ansicht, dass ihre Interessen bei der Baumaßnahme überhaupt nicht berücksichtigt werden.

„Seit der Bürgeranhörung vor gut einem Jahr haben wir von der Verwaltung nichts mehr gehört. Wie mit unseren Einwendungen verfahren wird, wissen wir nicht.“ Die CDU habe die Kostenverteilung in der Bezirksvertretung gegen den Willen der Bürger abgesegnet. Pier hat durch Zufall erfahren, dass mit den Bauarbeiten am 23. Oktober begonnen werden soll. „Es ist eine bodenlose Frechheit, dass uns so etwas nicht mitgeteilt wird“, sagte eine Anwohnerin. Es werde sicher Einschränkungen beim Parken oder beim Zugang zu den Häusern geben: „Da wäre es angebracht, uns zu informieren.“

Der Vorstand der IG will gemeinsam mit den Anwohnern die Bauarbeiten genau überwachen und dokumentieren, damit im Falle einer eventuell geplanten Sammelklage genügend Beweismittel vorhanden sind. Eine Klage ist für die IG allerdings das letzte Mittel. Diese könnte auch erst nach Erhalt der Bescheide über die Anliegerbeiträge, mit denen frühestens Ende 2008, Anfang 2009 zu rechnen sei, erhoben werden. Bis dahin hoffen die Bürger auf ein Einsehen der Verwaltung.

Die Sanierung diene vor allem den Stadtwerken, die deshalb auch nach Ansicht Piers stärker zur Kasse gebeten werden müssten. Für die Schäden in der Dorffeldstraße seien in erster Linie die Busse verantwortlich. Pier riet den Anliegern, auf keinen Fall die Bauarbeiten zu behindern. Wichtig sei es aus Sicht der IG, mit allen Gremien im Gespräch zu bleiben. Darum wolle er sich persönlich bemühen.

Das nächste Treffen der IG Dorffeldstraße ist für den 23. Oktober – dem Tag des Baubeginns – um 20 Uhr in der Gaststätte Kortmann geplant. Auf WN-Anfrage bestätigte Michael Grimm, Leiter des städtischen Tiefbauamts, das die Arbeiten an dem Tag anfangen sollen.

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