Roxel
Bürger bauen Radweg selbst

Donnerstag, 24.01.2008, 23:01 Uhr

Münster-Roxel. Läuft alles wie geplant, dann will der Initiativkreis „ Radweg Hohenholter Straße“ in diesem Jahr Nägel mit Köpfen machen und auf rund 1,6 Kilometern Länge nach dem Modellprogramm „Innovativer Radwegebau NRW“ einen Weg für Radler und Fußgänger anlegen. Das hatte unlängst Bezirksvertreterin Ursula Blankenstein (UWG) – wie berichtet – dazu veranlasst, von der Verwaltung erläuternde Fakten zu dem Vorhaben anzufordern. Diese hat das Amt für Stadtentwicklung, Stadt- und Verkehrsplanung mittlerweile vorgelegt.

Im entsprechenden Schreiben an die Bezirksvertretung West weist das Amt darauf hin, dass das Land Nordrhein-Westfalen bei der Anlage von Radwegen an Landesstraßen wie der Hohenholter Straße Baulastträger ist: „Weil die Finanzmittel für das umfangreiche Programm nicht ausreichen und die Realisierung der einzelnen Radwege auf Jahre oder Jahrzehnte nicht absehbar ist, gründen sich überall im Land Bürgerinitiativen, die den Bau eines Radwegs an einer Landesstraße selbst realisieren möchten. Das Land unterstützt dieses Engagement mit dem Modell ,Innovativer Radwegebau NRW‘, überträgt dabei aber die Verantwortung für die Umsetzung auf die Kommune.“

Nach den Angaben der Verwaltung beziffert das Land die Kosten für einen Radweg an der viel befahrenen Hohenholter Straße von der Einmünung Havixbecker Straße bis zur Hülshoffstraße mit 357 000 Euro. Diese Summe umfasse „alle Kosten, die entstünden, wenn der Landesbetrieb die Grundstücke zum Verkehrswert erwerben und den Bau des Radwegs an eine Baufirma vergeben würde“.

Beim „innovativen Radwegebau“ reduziere sich diese Summe erheblich, wenn benötigte Grundstücke kostenlos zur Verfügung gestellt würden und der eigentliche Bau durch Bürger in Eigenleistung erfolge: „Dann bleiben nur noch Material-, Maschinen-, Vermessungs- und gegebenenfalls Gerichtskosten. Hier obliegt es dem Geschick der Bürgerinitiative, diese Kosten durch Organisation von Baumaterial, Pflanzen für die Eingrünung, Maschinen und anderem mehr weiter zu senken.“ Auch das Sammeln von Spenden sei möglich, um Dienstleistungen oder Material einzukaufen.

Im Rahmen des „Innovativen Radwegebaus“ hat das Land für die Hohenholter Straße 85 000 Euro bewilligt. Zudem will die Stadt Münster der Bürgerinitiative einen Zuschuss von acht Euro je Quadratmeter geben. Darüber hinaus könnte auch die Bezirksvertretung West im Rahmen ihrer Möglichkeiten finanzielle Hilfe geben. Ebenso könnte es bei Problemen auf Beschluss der Politik weitere Hilfe von der Stadt geben.

Wie das Amt für Stadtentwicklung, Stadt- und Verkehrsplanung weiter darlegt, sind nach Auskunft des Landesbetriebs Straßen „bisher alle Bürgerradwege vollendet worden“. Da in Roxel der Bau einer Nordumgehung geplant ist, die das Projektgebiet tangiert, soll der Radweg entlang der Hohenholter Straße im Einmündungsbereich Havixbecker Straße vorerst nur provisorisch angelegt werden.

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