Roxel
„Überdimensionierter Logistik-Knotenpunkt“

Dienstag, 12.02.2008, 23:02 Uhr

Münster-Roxel. „Das Ziel der Bürgerinitiative und der politischen Mandatsträger Münsters war und ist, dass diese Mammut-Lkw-Rastanlage hier nicht gebaut wird!“ In einem Schreiben, dass sie vor wenigen Tagen dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium , Achim Großmann ( SPD ), schickte, macht die Vorsitzende Theodora Bockem-Rohleder es einmal mehr deutlich: Die Bürgerinitiative „Landschaftsschutz Roxel “ ist fest entschlossen, mit einhelliger Unterstützung durch die münsterische Politik ihren Kampf gegen die Erweiterung der Roxeler Autobahnrasthöfe um rund 170 zusätzliche Lkw-Stellplätze fortzusetzen.

Im September vergangenen Jahres hatte das Bundesverkehrsministerium in einem Brief an Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann bekräftigt, dass es an den umstrittenen Erweiterungsplänen nicht rütteln lassen werde (die WN berichteten). Die Planung solle zügig zum Abschluss gebracht werden, das notwendige Planfeststellungsverfahren allerdings nicht vor Ende 2008 erfolgen, hatte es geheißen. Zu besagten Auskünften bezieht Theodora Bockem-Rohleder im Brief an den Staatssekretär ausführlich Stellung.

Besonders verärgert ist die Vorsitzende der Bürgerinitiative unter anderem darüber, dass bislang keine alternative Standortuntersuchung durchgeführt worden sei. Statt eine umfassende Bewertung aller öffentlichen und privaten Belange vorzunehmen, werde das „Mammut-Projekt“ an den Roxeler Rasthöfen lediglich mit den „Erfordernissen des Verkehrs“ abgewogen.

Heftig kritisiert wird zudem, dass es bislang keinerlei Auskunft darüber gebe, wo es im Bundesgebiet schwerpunktmäßig überhaupt an Lkw-Stellplätzen mangele. Aufgrund aktueller Studien, die für NRW in den nächsten Jahren eine unterdurchschnittliche Verkehrsentwicklung prognostizierten, sei „überhaupt nicht nachvollziehbar“, warum an den Roxeler Rasthöfen eine derartig große Anzahl von Lkw-Parkplätzen gebaut werden solle.

Wie Bockem-Rohleder im Brief an den Staatssekretär weiter darlegt, hegt die Bürgerinitiative den Verdacht, dass in Roxel „ein überdimensionierter Logistik-Knotenpunkt ausgebaut werden soll“. Nicht belegt sei zudem die Behauptung, dass eine Verlegung der Lkw-Stellplätze an einen anderen Standort mit ganz erheblichen Mehrkosten verbunden sei. Auch sei die Initiative nicht in die Planungen einbezogen worden.

Den Staatssekretär laden die Landschaftsschützer ein, am 27. Februar um 19.30 Uhr an einer Bürgerversammlung in der Gaststätte Kortmann teilzunehmen. Unter der Überschrift „Rettet das Roxeler Landschaftsschutzgebiet“ soll die geplante 20 Fußballfelder große „Mammut-Rastanlage“ kritisch beleuchtet werden. Mit dabei sein sollen unter anderem auch die münsterischen Bundes- und Landtagsabgeordneten. Alle Bürger sind willkommen.

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