Roxel
Gute Akustik dank des Publikums

Dienstag, 18.03.2008, 19:03 Uhr

Münster-Roxel. „Wir brauchen einen besonders starken Bass, damit alles gut klingt“, sagt Fernando Eldoro . Das Orchester spielt einige Takte Rossini, Heike Hallaschka , die Sopranistin, singt ihr Solo. Mit kritischem Blick schreitet der portugiesische Dirigent der Jungen Kammerphilharmonie NRW durch die St.-Pantaleon-Kirche. Er prüft die Akustik : In nur einer Stunde beginnt das Jubiläumskonzert des Heimat- und Kulturkreises (HKK), und das Verhältnis zwischen Orchester-, Chor- und Solistenstimmen muss absolut stimmen. „Diese Kirche ist wunderschön“, meint Eldoro mit südländischer Lässigkeit, „aber Kirchenakustik ist eine diffizile Angelegenheit wegen des Nachhalls“.

Doch der reduzierte sich merklich: Der mit „Standing Ovations“ umjubelte Auftritt der rund 150 Instrumentalisten, Choristen und Solisten begeisterte an die 500 Konzertbesucher im rappelvollen Kirchenschiff. Ein Erfolg, der zugleich das Ergebnis einer beispielhaften Gemeinschaftsleistung sein dürfte. „Alle packten mit an“, freute sich Dr. Wolfgang Ströbele, der HKK-Vorsitzende, der die große Unterstützung bei der langwierigen Vorbereitung dieses Jubiläums-Highlights in seiner Begrüßung lobend erwähnte.

Jeder Quadratmeter in der Kirche wurde ausgenutzt: Beim schwierigen Aufbau des treppenförmigen Podestes für die auf Anweisung Eldoros vor dem Altar postierten Chöre half nicht nur der Kirchenchor mit Rat und Tat, berichtet der Vereinskassenführer Franz Weitzel. Viele seiner ehemaligen Schüler boten dem Ex-Grundschulleiter unaufgefordert ihre Unterstützung an, erzählt er schmunzelnd: „Es war ein ungeheurer Kraftakt mit schlaflosen Nächten, aber es entstand eine feste Gemeinschaft weit über die Vereinsgrenzen hinweg.“

Die Musikschule und auch das Forum Roxel wirkten mit, als es – unter anderem – um die Bestuhlung ging. Allein 30 Vereinsaktive, am Konzertabend eigens mit weißen Schildern gekennzeichnet, sorgten für Organisation und Feinabstimmung – vom Freihalten der Fluchtwege bis hin zur Verköstigung der Musiker.

Den Gästen, die heute Abend in Borken den letzten ihrer vier Auftritte absolvieren, sollte es an nichts fehlen: Im Pfarrheim stärkten sich die jungen Musiker vor ihrem Auftritt mit Gemüse- und Gulaschsuppe – letztere wurde serviert vom in Roxel stationierten Versorgungszug der Feuerwehr Münster .

„Dieses Konzert war schon eine Herausforderung, weil man sich sehr auf den Dirigenten verlassen musste“, so Max Rohwer, der die zweite Violine spielt. Das präsentierte Programm, ergänzt der Klarinettist Jussef Tisa, sei hingegen „Standardrepertoire“. Es gehöre zur Ausbildung eben dazu, dass man es unter verschiedenen Bedingungen beherrschen müsse, sagte der Musikstudent.

Fernando Eldoro wirkte nach dem zweistündigen Auftritt vollends zufrieden: „Die Akustik war für uns sehr gut, die Kirche war ja mit so vielen Menschen gefüllt.“ Nur ein einziges Mikrofon war im Einsatz: für den Rezitator Hannes Demming.

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