Roxel
„Kein Hort der Kriminalität“

Freitag, 14.03.2008, 22:03 Uhr

Münster-Roxel. Werden die Roxeler Autobahnrasthöfe bei einer Verwirklichung des vom Bund geplanten Baus von rund 200 neuen Lkw-Parkplätzen zu einem Hort der Kriminalität und der Prostitution? Derartige Befürchtungen beunruhigen die Mitglieder der Bürgerinitiative „Landschaftsschutz Roxel“, die sich bekanntlich mit Unterstützung der münsterischen Politik vehement gegen das Projekt zur Wehr setzt. Der Initiativkreis warnt davor, dass das Rotlichtmilieu auf den erweiterten Rastanlagen Überhand nehmen und Kriminelle dort demnächst ein neues Betätigungsfeld finden könnten. Doch derartige Sorgen scheinen offenbar unbegründet zu sein: Aus der Sicht der münsterischen Polizei spricht nichts dafür, dass Derartiges eintreten könnte.

„Wir können nicht feststellen, dass es an den Roxeler Rasthöfen Münsterland-Ost und -West Probleme mit gehäufter Kriminalität und Prostitution gibt“, beruhigt Klaus Laackman , Pressesprecher des münsterischen Polizeipräsidiums, dem auch die Autobahnpolizei angehört. An den Rasthöfen gebe es keine auffällige Häufung von Straftaten und keinerlei Schwerkriminalität. Sowohl im Jahr 2006 als auch im vergangenen Jahr seien keine Delikte im Bereich der Prostitution aktenkundig. Auch die Zahl der Kriminalstraftaten – allesamt der leichten Kriminalität zuzuordnen – sei „verschwindend gering“.

Im Jahr 2006 waren nach Auskunft Laackmans an den Roxeler Rasthöfen lediglich vier Straftaten zu beklagen. Zweimal wurde etwas aus, beziehungsweise von einem Pkw entwendet. Zudem gab es einen Taschendiebstahl und einen Tankbetrug. Auch im Jahr 2007 wurden nach den Angaben des Polizeihauptkommissars nur sieben Straftaten an den Rastplätzen verübt: Fünf Diebstählen aus oder von Fahrzeugen stehen ein Tankbetrug und ein Diebstahl im Gastronomiebereich gegenüber. Bei rund 80 000 Fahrzeugen, die pro Tag diesen Abschnitt der Autobahn 1 passierten, sei dies aus polizeilicher Sicht alles andere als bemerkenswert, unterstreicht der Pressesprecher.

Dass das Umfeld eines der Roxeler Rasthöfe seit Jahren einmal pro Woche abends als Homosexuellen-Treffpunkt gilt, ist ein offenes Geheimnis. Die Polizei weiß laut Laackman darüber Bescheid. Sie musste jedoch diesbezüglich bislang weder Beschwerden entgegennehmen, geschweige denn zu Einsätzen anrücken.

Bekannt ist der Polizei indes, dass es an den Roxeler Rasthöfen – ebenso wie an den Rasthöfen Tecklenburger Land und Hohe Mark – in den Abendstunden tagaus, tagein chaotische Verhältnisse gibt: Schon am frühen Abend seien die vorhandenen Lkw-Stellplätze allesamt restlos belegt, sagt Laackman. Die Rasthöfe seien hoffnungslos überfüllt. Viele Brummi-Fahrer stünden mit ihren Lkw notgedrungen außerhalb der Buchten, was die Polizei weitgehend toleriere: „Schlafende Fahrer sind keine Gefahr. Irgendwo müssen sie doch ihre Ruhezeiten erledigen!“

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