Roxel
Rasthöfe-Ausbau nicht vor 2012

Freitag, 28.03.2008, 22:03 Uhr

Münster-Roxel. Die Mitglieder der Bürgerinitiative Landschaftsschutz Roxel “ haben Grund zur Freude: Als erklärte Gegner des vom Bundesverkehrsministerium geplanten Baus von rund 200 neuen Lkw-Parkplätzen an den Roxeler Autobahnrasthöfen kommt es ihnen entgegen, dass das notwendige Planfeststellungsverfahren weiter auf sich warten lässt. „Offensichtlich ist die Einleitung des Verfahrens wiederum um zwei Jahre, nunmehr ins Jahr 2010, verschoben worden“, sagt Theodora Bockem-Rohleder, Vorsitzende der Initiative. Vermutlich hätten die starken Bürgerproteste gegen das Projekt in nicht unerheblichem Maße dazu beigetragen.

Die Roxeler Landschaftsschützer stützen sich auf jüngste Verlautbarungen des Landesbetriebs Straßen NRW. Demzufolge soll das Planfeststellungsverfahren frühestens Ende 2010 und der Bau der Lkw-Stellplätze nicht vor 2012 in Angriff genommen werden. In einer Pressemitteilung vermutet die Bürgerinitiative zudem, „dass die Planungsbehörden offensichtlich große Schwierigkeiten haben mit der Umsetzung neuer europäischer Richtlinien bezüglich schädlicher Umwelteinwirkungen“.

Die Neufassung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes – dessen Vorgaben seien insbesondere für ausgewiesene Landschaftsschutzgebiete wie das Projektareal an den Roxeler Rasthöfen von Bedeutung – macht aus Sicht der Bürgerinitiative alle vorausgegangen Stellungnahmen zum Bau der Lkw-Parkplätze hinfällig. So auch die zentrale Aussage der Umweltverträglichkeitsstudie, wonach sämtliche Eingriffe in schutzwürdige Güter ausgleichbar seien.

Die Initiative ist der Meinung, dass das Plangebiet an den Raststätten als Frischluftschneise für Münster und aufgrund der „einmaligen Schönheit des Landschaftsschutzgebietes“ auf keinen Fall überplant werden darf.

Als weiteres Argument gegen den vorgesehenen Bau der Lkw-Stellplätze führen Theodora Bockem-Rohleder und ihre Mitstreiter zurückgehende Verkehrszahlen auf dem Autobahnabschnitt zwischen die Kreuzen Münster-Nord und -Süd ins Feld: „Gegenüber 2000 ist der werktägliche Verkehr auf diesem Abschnitt sogar um elf Prozent gesunken. Wir fragen uns, auf welcher Grundlage basieren die höher werdenden Verkehrszahlen auf diesem Streckenabschnitt, die zur Begründung des Neubaus der Mammut-Lkw-Rastanlage herhalten müssen?“ Zumal Gutachten für NRW ein unterdurchschnittliches Verkehrswachstum prognostizierten.

Hartnäckiger Widerstand gegen die Ausbaupläne an den Roxeler Rasthöfen ist aus Sicht der Landschaftsschützer oberste Pflicht: „Gegebenenfalls wird die Bürgerinitiative wegen der Einhaltung der europäischen rechtlichen Vorgaben auch Unterstützung in Brüssel, Straßburg und Luxemburg suchen. Bei anhaltend starken Bürgerprotesten wird diese Lkw-Rastanlage hier nicht gebaut.“

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