Roxel
106 Umkleidekabinen in Arbeit

Donnerstag, 31.07.2008, 19:07 Uhr

Münster-Roxel. Einer der ältesten Tischlereien Münsters statteten interessierte Mitglieder der Roxeler CDU-Ortsunion am Mittwochabend eine Visite ab. Joseph Hagemann und seine Schwester Birgitta führten die Besucher durch den Betrieb am Rohrbusch. 17 Mitarbeiter, darunter drei Auszubildende, sind dort beschäftigt.

„Unsere Spezialität ist es, nicht spezialisiert zu sein – mit Flexibilität sind wir in den vergangenen Jahren immer gut gefahren“, erklärte Birgitta Hagemann den Gästen. 1820 sei die Roxeler Tischlerei in alten Unterlagen erstmals aufgetaucht, erzählte die Inhaberin aus der Historie des Unternehmens. Damals sei der Betrieb noch im Kirchenbezirk Überwasser ansässig gewesen. Es gebe auch Hinweise auf ein Gründungsjahr 1755, das könne aber nicht wirklich belegt werden, so Birgitta Hagemann weiter. „Wir haben uns nicht getraut, das in unser Firmenlogo aufzunehmen.“

Belegt sei allerdings, dass der Holz verarbeitende Betrieb zu Zeiten ihres Ur- und Großvaters seine Werkstatt an der Wilmergasse hatte. 1945 sei dort allerdings bei einem Bombenangriff alles zerstört worden. Neues Domizil war anschießend das damals gegenüber liegende Graf-von-Galen-Gelände, dessen Remisen der Tischlerei einen optimalen Platz geboten hätten, erzählt die Chefin. Die Aufbaujahre nach dem Krieg hätten ihr Vater und Großvater gut genutzt, und der Betrieb sei gewachsen. Ende der 60er Jahre habe ihr Vater das Grundstück in Roxel erworben, wo die Tischlerei 1971 am heutigen Standort eröffnet wurde.

Auf 2000 Quadratmetern werden dort Möbel für Privat- und Geschäftskunden hergestellt. Ob Büro-, Laden oder Praxiseinrichtung, das Team Hagemann finde für jeden eine optimale Lösung, erklärte Birgitta Hagemann. „106 Umkleidekabinen für ein neues Bekleidungsunternehmen sind gerade in Arbeit“, verriet Joseph Hagemann während der Führung. Einen Tag vor der CDU-Besichtigung habe eine Ladeneinrichtung die Werkstatt verlassen.

Hagemann zeigte den Christdemokraten außerdem die verschiedenen Geräte. Der Beruf des Tischlers sei eine Kombination aus altem Handwerk unterstützt durch hochmoderne, teils computergesteuerte Technik. Er informierte zudem über den hohen Sicherheitsstandard in der Werkstatt: „Die Geschichten von Tischlern mit abgeschnittenen Fingern oder Händen gehören längst der Vergangenheit an.“ Lediglich kleinere Schrammen seien Alltag.

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