Albachten
Roxel liegt bei Gievenbeck

Freitag, 11.07.2008, 22:07 Uhr

Münster-West. Was will uns der Dichter damit sagen? Diese Frage an die Lyriker gilt erst recht den Narren. Die private Münster-Bibliothek „Monasteria“ von Walter Kutsch beherbergt ein Programm-Heft des Rosenmontagsumzuges von 1897. Vor genau 111 Jahren wurden die Wagen nicht nur aufwändig gestaltet, sondern auch in einem umfangreichen Heft vorgestellt. Und dabei taucht schon auf Seite fünf ein Wagen der zoologischen Abendgesellschaft auf, der Roxeler und Gievenbecker Heimatforschern Rätsel aufgeben dürfte.

Thema des Wagens ist Münsters Send . Zu sehen sind allerlei Buden – ein Kasperle-Theater, ein Hau-den-Lukas und eine Leckereien-Bude mit einer seltsamen Aufschrift. Denn darauf steht geschrieben: „Libber Zuckerpludde(r) ut Roxel bei Gievenbeck .“ Die Süßigkeiten wurden vermutlich von einem Zuckerbäcker namens „Libber“ hergestellt.

Aber warum wird in einem Rosenmontagszug in Münster Werbung für einen Handwerker im damals noch außerstädtischen Amt Roxel gemacht? Und wieso überhaupt Roxel „bei“ Gievenbeck? Der heute zweitgrößte Stadtteil Münsters am Gievenbach war damals nicht viel mehr als eine kleine Siedlung bei einem Dutzend Bauernhöfen.

Die nebenstehenden Verse helfen auch nicht weiter: „Hier seht Ihr All’, was Euch bekannt / Was hier seit langen Jahren schon – / Als Kinder habt Ihr es gekannt: / Zum ,Send gehn‘ war der Fleiss’gen Lohn. / Dort hatt’ uns Alles imponiret, / Des Old Bolko’s böser Blick, / Die Riesendamen ungeniret / Und Fina Laumann die so dick. / Das Karussel, die Mordsgeschichte, / Das Wachsfiguren-Kabinett – / Es wurd besehen auch bei Lichte / Das Paradies von Mohament.“ Wer Ideen zur Deutung hat melde sich: 69 07 85.

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