Albachten
Auf der Jagd nach den roten Beeren

Dienstag, 17.06.2008, 23:06 Uhr

Von Thomas Schubert

Münster-Albachten. Über seinen fleißigen Mitarbeiter Paul Thiele wird sich Ferdinand Lülf kaum beklagen können: „Wir haben hier die schönsten Erdbeeren, die es überhaupt gibt“, sagt der Pensionär mit dem Brustton der Überzeugung. Der Nottulner muss es wissen, schließlich betreut er das Selbstpflücker-Erdbeerfeld der Firma Lülf an der Dülmener Straße in Albachten . Dort ist derzeit allerhand zu tun. Auf der Jagd nach den leckeren roten Beeren geben sich Jung und Alt auf dem rund einen Hektar großen Areal ein Stelldichein. Die Erdbeersaison ist im vollen Gange. Eimerweise werden die süßen Früchtchen nach Hause gebracht.

Anfang des Monats hat der Havixbecker „Erdbeerkönig“ Ferdinand Lülf seine drei münsterischen Selbstpflückplantagen in Albachten, Mecklenbeck und Nienberge eröffnet. Dank guter Wetterbedingungen – anfangs viel Wärme, dann reichlich Niederschlag und mittlerweile kühlere Temperaturen – herrschen aktuell beste Pflückbedingungen. „Die Erdbeeren sind im Moment richtig knackig“, freut sich Lülf. Wer es auf die beliebten Früchte abgesehen habe, der sei jetzt gut beraten, sich mit Eimern, Schüsseln oder sonstigen Behältnissen auf den Weg zum Pflücken zu machen. Denn in acht bis zehn Tagen gehe die Saison zu Ende.

Über mangelnde Kundschaft kann sich Paul Thiele als Herr über das Albachtener Erdbeerfeld nicht beklagen: 100 bis 120 Pflückbegeisterte kämen pro Tag, um sich mit den saftigen Früchten einzudecken. Die gleiche Anzahl an Kunden sei zudem noch als Käufer bereits gepflückter Erdbeeren zu verzeichnen. Denn nicht jeder habe Zeit und Lust, selbst zu ernten, was auf den Lülfschen Plantagen von 8 bis 19.45 Uhr, beziehungsweise 8 bis 17.45 Uhr (samstags und sonntags) möglich ist.

Wer sich dem Pflückvergnügen widmen will, ist derzeit mit 1,10 Euro pro Pfund dabei. Abhängig von der jeweiligen Menge kann der Preis bis zu 80 Cent heruntergehen – vorausgesetzt Paul Thieles Waage zeigt mindestens 20 Kilogramm an.

Ganze Familien, Einzelpersonen aber auch komplette Kindergartengruppen haben sich auf der Erdbeerplantage an der Dülmener Straße bereits versucht. Zehn Senioren eines Pflegeheims kamen zusammen mit ihren Betreuern sowie zahlreichen Eltern und Kindern, um Erdbeeren zu sammeln, die sie später gemeinschaftlich zu Marmelade verarbeiteten und für einen sozialen Zweck auf dem Markt anboten.

Zu den zahlreichen Stammkunden auf dem Feld an der Dülmener Straße zählt Mareile Ullrich. Die Albachtenerin hatte ihren Eimer dank optimaler Pflückbedingungen gestern ruckzuck bis oben hin voll. Fast fünf Kilo brachte die bekennende Erdbeerliebhaberin nach Hause. Was sie damit macht? Das, was alle anderen Pflückbegeisterten auch tun: Einfrieren, zu Marmelade verarbeiten und natürlich frisch verzehren.

Mit den schmackhaften roten Beeren lassen sich zudem Torten belegen, man kann sie mit Stippmilch verspeisen und, und, und . . . „Einige verarbeiten sie auch zu Erdbeerwein“, weiß Thiele, „der soll sehr gut schmecken.“

Übrigens: Dass dem ein oder anderen beim Pflücken auf dem Feld schon mal eine süße Erdbeere über den Gaumen rutscht, ist laut Ferdinand Lülf völlig okay: „Damit haben wir überhaupt kein Problem.“

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