Albachten
Blumenpracht am Wegesrand

Montag, 04.08.2008, 21:08 Uhr

Münster-West. An heißen Tagen haben auch Schnittblumen mehr Durst. Einmal Wasser in die Vase geben, und dann den Strauß tagelang stehen lassen, das geht nicht. „Es muss täglich kontrolliert werden, ob noch genug drin ist. Am besten wird das Wasser auch erneuert“, rät Beatrix Stertmann . Sie kennt sich mit Blumen aus, denn seit sieben Jahren betreibt die Nienbergerin das Feld zum Selberpflücken an der Altenberger Straße.

Auch Petra Halsband am Gievenbecker Rüschhausweg bietet das ganze Sommerblumen-Sortiment frisch vom Feld an: „Es werden hier wunderbare Sträuße gebunden, ich staune immer wieder.“ Bei warmem Wetter rät sie dazu, die Blumen früh morgens zu schneiden und sofort wieder ins Wasser zu stellen. Für den Transport nach Hause sind Küchenkrepp und Zeitungspapier im Kassenhäuschen vorhanden.

Auch sonst halten die Blumenfrauen aus Nienberge und Gievenbeck alle weiteren Utensilien bereit, die ihre Kunden benötigen: Schmückendes Beiwerk wie Gräser und Dill lassen die Farbenpracht der Blüten erst richtig zur Geltung kommen. Scheren und Messer liegen bereit, ebenso Band zum Sträußebinden. Die Preise werden mit einer Schablone ermittelt, sie richten sich nach dem Umfang der Sträuße.

„Die Zahlungsmoral könnte besser sein“, bemängelt Petra Halsband. Für sie steht fest: „Wenn wir jemanden erwischen, wird Anzeige erstattet.“ Beatrix Stertmann hat sich für die Einbruchsicherheit ihrer Kasse schon einiges einfallen lassen. Aber sie will sich nicht über säumige Kunden oder gestohlene Einnahmen ärgern – schließlich betreibt sie das Blumenfeld nicht, um das große Geld zu machen, sondern aus Leidenschaft.

So bangt sie auch mit ihren Blumen, wenn sie im Frühjahr aufgrund des schweren Bodens keinen einfachen Start haben. Doch wenn es lange trocken ist, hilft der Boden den Pflanzen: „Nach Regenschauern hacke ich einmal durch, dann verdunstet das Wasser nicht so schnell. Danach kommen die Blumen mit der Hitze aber auch gut klar.“ Zu Beginn vor sieben Jahren hatte sie ein paar Anhänger voll Kompost auf den Acker gekippt: „Der Boden fällt dadurch ganz anders auseinander.“ Dazu rät sie auch Hobbygärtnern für die heimischen Beete: „Komposterde gibt es in den städtischen Recyclinghöfen in Nienberge und Gievenbeck.“

Nur wenn es allzu lange trocken ist, muss gewässert werden, berichtet Petra Halsband. Dabei hat sie festgestellt: „Das Wasser aus unserem eigenen Brunnen tut den Pflanzen nicht so gut wie der Regen.“ In diesem Sommer habe es bisher noch keine Probleme wegen der Witterung gegeben. Bei heftigen Güssen gibt es allerdings Verluste: „Die Clarkia verregnet leicht.“

Auf rund 2500 Quadratmetern in Nienberge und 3000 Quadratmetern in Gievenbeck können die Kunden zwischen vielfältigen Blütenformen und -farben wählen. Angeboten werde „alles, was im Bauerngarten vorkommt“, fasst Petra Halsband zusammen. Astern, Zinien, Löwenmäulchen und Ringelblumen gehören beispielsweise zum Sortiment. „Die Sorten, die die Kunden im Laden nicht mehr bekommen“, betont Beatrix Stertmann. Aber auch Sonnenblumen und Dahlien, die Klassiker zum Selberpflücken, seien zu finden.

Die Nienbergerin lädt die Blumenfreunde ein, in Ruhe das blühende Feld zu genießen: „Für manche ist es eine Art von Freizeitgestaltung, sich einen Strauß zusammenzustellen. Langsam umher zu gehen, hier und da ein Blümchen zu pflücken.“

Ab August kommen an beiden Standorten, deren Betreiberinnen beim Saatgut- und Jungpflanzenankauf kooperieren, wieder die Kürbisse hinzu. Außer den Zier- und Speisekürbissen halten sie dann zudem Rezepte bereit. 100 Sorten wird Beatrix Stertmann anbieten, „Damit die Leute auch mal etwas anderes kennenlernen – es gibt längst nicht nur den Halloween-Kürbis.“

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