Roxel
Ein Mediziner, der gerne komponiert

Dienstag, 05.08.2008, 00:08 Uhr

Münster-Roxel. Musik ist die Leidenschaft von Prof. Dr. Volker Güth . Als Jugendlicher wollte er unbedingt Pianist werden und in die Fußstapfen seiner Großmutter treten. „Doch ich war völlig untalentiert, so viel Unterricht hätte ich gar nicht nehmen können, dass dieser Wunsch je in Erfüllung gegangen wäre.“

Güth studierte Medizin, doch der Musik blieb er sein Leben lang eng verbunden: als Komponist. „Es hat mich immer wieder begeistert, kleine Melodien zu erfinden.“ Wann immer ihm Noten in den Sinn kommen, schreibt er sie sich auf. Einen kleinen Zettel mit fünf Linien hat Güth in seinem Brillenetui stets dabei. So kann er, wenn ihm bei Spaziergängen etwas einfällt, die neue Idee sofort notieren.

Heute hilft dem Roxeler auch der Computer beim Komponieren, pro Woche entsteht ein Lied. Güth vertont unter anderem Gedichte aus der Spätromantik. Von Texten aus dieser Zeit lässt er sich gerne inspirieren. An ein Gedicht von Annette von Droste-Hülshoff (Der Knabe aus dem Moor) hat sich der Musikliebhaber ebenfalls gewagt.

Bei der Überarbeitung seiner Werke hilft dem heute 77-Jährigen der Musiker Thomas Bracht . „Er macht meine Stücke für kleine Orchester spielbar“, sagt Güth und ergänzt mit einem Schmunzeln: „Mal ergänzt er hier und dort ein Zeichen und radiert es am Ende wieder weg.“ Doch ohne die Unterstützung von Bracht und dessen Korrekturen würden die Kompositionen in der Schublade verschwinden, ist sich der Roxeler sicher. Bracht hilft dem Komponisten auch, dass dessen Werke aufgeführt werden. Aufführungen seiner Stücke genießt der Komponist dann besonders. Denn auch, wenn vom vielen Klavierunterricht in der Jugend doch ein wenig hängen geblieben ist, seine eigenen Werke spielt er nie.

Güth komponiert in erster Linie Lieder für kleine Kammerorchester und Orgelstücke. Auch für Streicherquartette und Flötisten hat er Werke geschrieben. Güths größter Wunsch ist es, dass seine gesammelten Werke veröffentlicht werden und nicht in Vergessenheit geraten.

Auch beruflich hat sich der Orthopädie-Professor für Musik engagiert. Er hat Instrumente entwickelt, die von Menschen mit körperlichen Einschränkungen gespielt werden können. „Doch leider ist diese Idee nie besonders gut angekommen“, bedauert der Pensionär. Nun hofft der Roxeler, wenigstens mit seiner Musik viele Menschen zu begeistern: Am 16. August findet um 20 Uhr ein Konzert mit seinen Werken im Nienberger Kulturforum statt. Und natürlich wird ständig weiter komponiert: Güth hat eine CD mit 56 000 Gedichten – „Da gehen die Ideen für neue Werke noch lange nicht aus.“

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