Roxel
Stute „Vahra“ hatte ihren zickigen Tag

Sonntag, 24.08.2008, 18:08 Uhr

Münster-Roxel. Weil Stute „Vahra“ ihren zickigen Tag erwischt hatte, machte sie es ihrem Fahrer Paul Brintrup während der Dressurprüfung beim Fahrturnier in Roxel schwer. Brintrup nahm mit seinem Zweispänner an einer Prüfung der schweren Klasse teil.

„Im Fahrsport bilden Pferde, Beifahrer und Fahrer ein Team. Und wenn einer nicht mitzieht, wirkt sich das auf die Leistung aller aus.“ Doch „Vahra“ zog nicht mit, ärgerte ihren Partner, den Wallach „Granados“, und zeigte nicht das, was Brintrup von ihr eigentlich gewohnt war. „So ist das eben mit Pferden und insbesondere mit weiblichen“, sagt er augenzwinkernd.

Beim anschließenden Kegelfahren war die Welt wieder in Ordnung. Der Roxeler hat sich seit 18 Jahren dem Fahrsport verschrieben. Er bildet junge, selbst gezüchtete Pferde bis zur schweren Klasse aus. „Es ist immer wieder ein schönes Gefühl, Pferde aufwachsen zu sehen, sie zum ersten Mal anzuspannen und ihre Entwicklung mitzuverfolgen“, sagt Brintrup. Und den Turnierstress liebt er besonders. Der Roxeler könnte auch einfach nur sonntags mit der Familie spazieren fahren, aber ohne die sportlichen Ambitionen wäre das für ihn nicht das Gleiche.

Mindestens vier Mal in der Woche wird trainiert. Vorwiegend Dressur- und Konditionstraining stehen auf dem Programm. Unterstützung erhält Brintrup durch seine Frau Ruth, die auch selbst fährt und ihrem Mann als Beifahrerin hilft. Beim Wettkampf kommt das Geländefahren auf der Marathonstrecke durch enge Hindernisse hinzu. Damit die Pferde dort auf die Kommandos ihres Fahrers reagieren, sei ein besonders enges und vertrauensvolles Verhältnis zu den Tieren wichtig, erklärt der 60-Jährige. „Ich habe nur die Leine, die Stimme und die Peitsche, um mit den Pferden zu kommunizieren.“

Gerade in den schnell aufeinander folgenden Hindernissen müssen die Vierbeiner fix reagieren: „Da kann ich nicht zweimal sagen, in welche Richtung ich fahren will!“ Die Tore von A bis F müssen in der richtigen Reihenfolge durchfahren werden. „Gute Pferde ahnen meist schon, was der Fahrer will“, sagt Brintrup. „Selbst entscheiden dürfen sie aber nicht, denn auch wenn es manchmal so aussieht: lesen können sie die Buchstaben nicht.“

Wenn Brintrup vor den zahlreich mitfiebernden Zuschauern auf der Roxeler Anlage nicht selbst am Start war, feuerte er am Wochenende seine Vereinskollegen mit an. In fast allen Klassen waren auch Roxeler Vereinsmitglieder am Start. Besonders drückte er Josef Sauerwald die Daumen, der mit seinem Pony „Don’t Confess“ an den erstmals in Roxel stattfindenden Deutschen Meisterschaften für Fahrer mit Behinderungen teilnahm.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/344812?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F142%2F598946%2F598951%2F
Nachrichten-Ticker