Albachten
Einsatz für den Schutz des Lebens

Sonntag, 18.01.2009, 18:01 Uhr

Münster-West - Nicht durch Tatort-Folgen wird Münster weltbekannt, sondern durch seine Tiere!“ Mit energischer Stimme schlägt der redegewandte Direktor des Allwetterzoos den Bogen von der Geschichte seiner eigenen Übersiedlung bis zur Bewahrung der Schöpfung: Mitreißend entfaltet Jörg Adler beim Neujahrsempfang des Stadtbezirks Münster-West im dicht bevölkerten Stadtteilhaus Fachwerk so etwas wie ein Plädoyer für den Schutz des Lebens: „20 Jahre nach der Wende - ein Blick zurück und nach vorn“. Gekonnt brachte Adler die Thematik auf den Punkt.

Angefangen von den Wortspielen mit dem Namen des Zoo-Chefs, die Bezirksvorsteherin Elisabeth Westrup in ihrer Begrüßung vor zahlreichen Vertretern des öffentlichen Lebens nicht unerwähnt lässt: „Familie Adler überwintert im Zoo“, titelten die Zeitungen, als der Leipziger Sohn eines Tierarztes mit seiner Familie im Herbst 1989 zunächst Unterkunft im Duisburger Zoo findet. „Vielleicht“, scherzt die Bezirksvertreterin, „war das schon prägend für die spätere Fürsorge gegenüber dem schwarzen Schwan auf dem Aasee!“

Warum wollte die christliche Familie, die sogar über Privilegien verfügte, in den Westen? Es war die Sorge um die Zukunft der Kinder, erzählt Jörg Adler weiter. Es folgt eine Zeitreise, die mit den Aufzeichnungen seiner Stasi-Akte beginnt und mit einem leidenschaftlichen Plädoyer zur Erhaltung der Arten endet.

„Wenn Ihr die Stasi nicht kennt, fragt Eure Eltern“, ruft er in den Saal. Alles lacht über Adlers unfreiwilligen Scherz. Der Schulchor der preisgekrönten Wartburg-Grundschule sorgte gestern für die musikalische Gestaltung des Empfangs.

Als vormalige „Blockflöte“ sei er „eher in der CDU gewesen als unsere Kanzlerin“. Doch er eckte keineswegs nur in der Blockpartei an. Lange bevor die Friedensgebete in der Leipziger Nikolaikirche hierzulande bekannt wurden, nahm er regelmäßig teil: „Montag für Montag wurden Menschen abtransportiert!“ Adler erlebte Tatorte, die das bürgerliche Münster nicht kennt. Am 9. November saß die Familie auf gepackten Holzkisten, bereit zur Ausreise. Und heute? „Alle warteten auf blühende Landschaften, aber außerhalb der neu gegründeten Nationalparks wird die Natur zerstört.“ Der münsterische Zoo-Chef belässt es nicht bei Rhetorik: Adler wirbt für eine weltweite Kampagne zum Schutz der Frösche.

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