Roxel
Ein Abend der erlesenen Künste

Sonntag, 25.01.2009, 19:01 Uhr

Münster-Roxel - Es war ein kontrastreicher Abend der Sinne, der erlesenen Künste - und zugleich eine gelungene Dreifach-Premiere des Heimat- und Kulturkreises , der Musikschule und der Roxel-Marketing-Initiative: Peter Paul hielt seinem Publikum im voll besetzten Anne-Jakobi-Haus den pantomimischen Spiegel vor, das Struck-Quartett bewies Bestform, und großformatige Bilder der Künstlerin Tanja Kiesewalter zogen die Blicke auf sich. Als der Solodarsteller zu guter Letzt Mozarts Eskapaden als Lebemann und Komponist mimte, schien seine köstliche Performance mit dem dargebotenen Menuett aus der „Kleinen Nachtmusik“ zu einer Art Gesamtkunstwerk zu verschmelzen - das Publikum war begeistert. Keine Frage, die Moderatorin Silke Hayen hatte nicht zu viel versprochen: „Wir servieren Ihnen ein Programm für die Ohren, für die Augen und den Magen...“

Fingerfood und Sekt lockten in der Pause, zuvor wurden nicht weniger geschmackvolle Gänge gereicht: Als Appetitanreger Robert Schuhmanns Allegro Vivace aus dem Streichquartett F-Dur - sozusagen der musikalische Vorbote des Frühlings. Die köstlichen Zwischenmahlzeiten lieferte Peter Paul: Der Körpersprache-Experte inszenierte den Albtraum eines Dirigenten, der dabei seine Finger in der Harfe verknotet und kaputte Geigen repariert. Er macht sich über eine hochnäsige Abendgesellschaft lustig und übersetzt seinem Publikum wortlos, welche bizarren Alltagsszenen sich einem Fensterputzer beim Blick in deutsche Wohnstuben offenbaren.

Die Auftritte des in Roxel lebenden Künstlers, der sich seit 25 Jahren auf den Hamburger, Pariser und Berliner Bühnen bewegt, korrespondierten mit facettenreichen Quartett-Darbietungen. Der Auszug aus Ravels F-Dur-Streichquartett war zweifelsohne ein Glanzlicht des begeisternden Abends: Karin und Christoph Struck (Violine und Viola), Ulrike Drüge-Emich (Violine) und Monika Krack (Cello) intonierten Farbwechsel, Modifizierungen, romantische Anspielungen und disharmonische Auflösungen - wahrlich ein Albtraum für überforderte Dirigenten. Streichquartett-Auszüge von Beethoven (Allegro, Streichquartett c-Moll), Verdi (Andantino, Streichquartett e-Moll) und Dvorák („Das Amerikanische“) kamen ebenso virtuos daher.

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