Roxel
Hilfreiche Erklärungen

Donnerstag, 29.01.2009, 19:04 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 29.01.2009, 19:04 Uhr

Münster-Roxel - So manchnem aufmerksamen Roxeler dürfte es bereits aufgefallen sein: An einigen Straßenschildern im Ort wurden jetzt Zusatztafeln angebracht. Sie weisen den Betrachter darauf hin, was es mit dem Namen der jeweiligen Straße auf sich hat. Laut Alois Weihermann, Leiter der Roxeler Bezirksverwaltung, wurde die Beschilderungsaktion in Zusammenhang mit einem Antrag des münsterischen Kreisverbands des Bundes der Vertriebenen (BdV) in die Tat umgesetzt.

An der Goldaper Straße verrät ein neu angebrachtes Zusatzschild, dass es sich bei Goldap um eine „Kreisstadt in der ehemaligen preußischen Provinz Ostpreußen“ handelt. Und wer an der Stargarder Straße vorbeikommt, der wird jetzt darüber aufgeklärt, dass Stargard eine „Hansestadt in der ehemaligen preußischen Provinz Pommern“ ist. So manchem - insbesondere aus der jüngeren Generation - dürfte dies nicht unbedingt bekannt sein.

Vor diesem Hintergrund will der BdV Aufklärungsarbeit leisten. Nach seinen Angaben besteht rund ein Viertel der münsterischen Bürger aus Flüchtlingen und Ostvertriebenen, sowie deren Nachkommen, die im und nach dem Zweiten Weltkrieg in die Westfalenmetropole gekommen sind. Der Bund der Vertriebenen sehe es als seine Aufgabe an, das Kulturgut der historischen Ostgebiete zu pflegen und die Erinnerung an die Heimat der Ostvertriebenen wach zu halten, schrieb dessen Kreisverbandsvorsitzende Roswitha Möller in einem Brief an die Stadt. In den vergangenen Jahren sei der Bund wiederholt von Bürgern „gebeten worden, die Erinnerung und die Kenntnis besonders der Nachgeborenen zu bereichern“.

In Roxel wurden jetzt neben der Goldaper und der Stargarder Straße auch die Danziger Straße, die Holtei­straße und die Tilsitter Straße mit Zusatzschildern bestückt. Für das vom BdV und dem städtischen Kastasteramt koordinierte Projekt machte die Bezirksvertretung Münster-West nach Auskunft von Alois Weihermann einen Zuschuss von 500 Euro locker. Es sei in der Tat so, dass sich viele Bürger unter bestimmten Straßennamen nichts vorstellen könnten, betont der Leiter der Bezirksverwaltung.

Nachdem der Bund der Vertriebenen bereits in anderen münsterischen Stadtbezirken mit seiner Aktion erfolgreich war, wurde nun der Westen Münsters in Angriff genommen. In Gievenbeck erhielt die Gronowskistraße ein Zusatzschild. In Nienberge wurden laut Weihermann die Immanuel-Kant-Straße, die Gustav-Freytag-Straße, die Ernst-Wiechert-Straße und im Baugebiet Waltruper Weg der Carl-Neuendorff-Weg und der Käthe-Ernst-Weg mit hilfreichen Erläuterungszusätzen ausgestattet.

In vielen deutschen Städten und Gemeinden erinnern Straßenschilder die Öffentlichkeit an verlorene Heimaten und an die Opfer von Flucht und Vertreibung.

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