Roxel
Roxel in alten Bildern

Freitag, 06.02.2009, 18:02 Uhr

Münster-Roxel - Die Zeiten, als im Zentrum Roxels noch Kühe grasten und das Dorf nur rund 1700 Einwohner hatte, wollten sich viele Bürger noch einmal in Erinnerung rufen. Mitglieder des Roxeler Heimat- und Kulturkreises hatten sich bereit erklärt, eine Multimedia-Schau „Roxel in alten Bildern“ beim Jakobi-Café im Anne-Jakobi-Haus zu halten. Was passierte, übertraf alle Erwartungen: Das Familienzentrum wurde rappelvoll, der Raum und die Stühle reichten kaum aus.

„Wenn 50 Personen gekommen wären, hätte ich mich schon gefreut. Dass jetzt über 100 da sind, ist schon überwältigend“, sagte Franz Weitzel , der gemeinsam mit Dieter Pferdekamp die Bilder präsentierte. „Die Fotos stammen aus dem umfangreichen Archiv des Heimat- und Kulturkreises“, erklärte Weitzel. Weit über 1000 Bilder seien darin zu finden, die ältesten aus den Zeiten der Anfänge der Fotografie. Glücklicherweise habe es in Roxel immer Menschen gegeben, die die Entwicklung des Dorfes, das heute ein großer münsterischer Stadtteil ist, festzuhalten.

Weitzel, der früher als Dorflehrer tätig war, konnte zu den Bildern viele Geschichten und Anekdoten erzählen. So wusste er von einem Haus, dass auf Kirchengrund gebaut wurde und dessen Eigentümer verpflichtet war, regelmäßig zwei Taler und ein Huhn im Pfarrhaus abzuliefern. Ein Schuster, der später dort wohnte, musste dem Seelsorger kostenlos die Schuhe besohlen. Weitzel berichtete auch vom ersten Bauboom im Ort nach dem Zweiten Weltkrieg . Damals sei die Wohnungsnot aufgrund der vielen Flüchtlinge im Dorf riesengroß gewesen. Roxel sei die erste Gemeinde im Kreis gewesen, die Baugrundstücke zur Verfügung gestellt habe.

Auch ihm als junger Dorflehrer sei damals ein sehr günstiges Grundstück angeboten worden. „Doch ich musste ablehnen, ich hatte das Geld nicht“, erklärte er mit einem Schmunzeln. 1930 sei in Roxel bereits ein neues Pfarrhaus geplant gewesen, berichtete der Referent. Aber weil die Nationalsozialisten keinen Beton liefern konnte, sei das Projekt verschoben worden. Bis 1959 habe der Dorfpfarrer deshalb „in einem alten Schuppen“ wohnen müssen.

Der Heimat- und Kulturkreis wird diesen Vortrag noch einmal wiederholen, kündigte der Vorsitzende Dr. Wolfgang Ströbele an. „Bei dem großen Interesse ist das für uns eine Pflicht.“

Weitzel würde sich freuen, wenn Roxeler dem Archiv weitere Bilder zur Verfügung stellen. „Vor allem Bilder mit Familien oder Menschen bei der Arbeit haben wir nur sehr wenig.“

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