Weihnachtsweisen aus luftiger Höhe
Roxeler Blasmusiker läuten seit 1995 Jahr für Jahr aus dem Turm von St. Pantaleon die Festtage ein

Münster-Roxel -

Wer kommt, das steht vorher nicht fest. Sicher ist nur, dass immer genug kommen. Denn eine besondere Einladung benötigen die Turmbläser am Heiligen Abend in der Pfarrkirche St. Pantaleon nicht. Ludger Elbers vom Musikkorps der Freiwilligen Feuerwehr leitet den Auftritt der Turmbläser seit einigen Jahren. Er bringt die Noten mit. Dass er kommt, davon gehen die anderen aus.

Montag, 26.12.2011, 14:12 Uhr

Kurz vor dem Ende der Familienmesse stiegen die Bläser die schmalen Stufen im engen Kirchturm hoch. Für Ludger Elbers , der die Tuba spielt, ist das nicht ganz einfach. Aber was in den vergangenen Jahren geklappt hat, ging natürlich auch dieses Mal gut. Eine Klippe gab es dennoch zu überwinden: Denn nach 17 Stufen war die Reise erst einmal zu Ende und die Bläser standen vor verschlossener Tür. „Hier war noch nie zu – das Vorhängeschloss gab es bisher nicht“, wunderte sich einer der Musiker.

Ludger Elbers stellte seine Tuba ab und lief schnell noch einmal in die Sakristei. Dort fand er den Schlüssel, und der Aufstieg über weitere 25 Stufen der Wendeltreppe konnte fortgesetzt werden. Dann folgte eine steile Leiter auf den Dachboden hoch oben im Turm. Dort sind seit diesem Jahr Fensterläden angebracht, damit es nicht hineinregnet, oder es – wie im vergangenen Jahr – hineinschneit. Gespielt wurde natürlich bei geöffneten Fenstern, damit die Musiker auch weithin zu hören waren.

Während im Gottesdienst unten noch das letzte Lied gesungen wurde, stellten sich die Bläser auf. Sie warteten das Glockengeläut ab und dann ging es los: „Stille Nacht“, „Tochter Zion“ oder „Oh, du Fröhliche“ – die klassischen Weihnachtslieder gehören zum Repertoire. „Seit 1975 gibt es das Konzert im Kirchturm“, erzählte Elbers. Davor sei in Roxel am Heiligen Abend eine Bürgerkapelle – der Vorläufer des Musikkorps – durch den Ort gezogen. Das Konzert im Kirchturm werde von den Roxelern zum Fest erwartet, ist sich Elbers sicher.

Und nicht nur die Bürger wollten auf diese Tradition nicht verzichten, auch für die Musiker gehöre das zum Fest einfach dazu. Deshalb kämen auch immer wieder Ehemalige, die schon lange nicht mehr zum Musikkorps gehören und zum Teil auch schon viele Jahre nicht mehr in Roxel wohnen hinzu, um mitzuspielen. „Der Verwandtenbesuch wird gerne mit dem Auftritt verbunden.“

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