Der BSV braucht 30 000 Euro
Turbulente Generalversammlung: Mitglieder sollen Einmalzahlung zur Schließung der Finanzlücke leisten

Münster-Roxel -

„Wir brauchen bis zum Jahresende 30 000 Euro!“ So lautete das ernüchternde Fazit von Kassenwart Wolfgang Grawemeyer bei der turbulenten Generalversammlung des BSV Roxel. Die Liquiditätsprobleme des Breitensport­vereins haben drastische Dimensionen erreicht: Das zurückliegende Jahr wurde mit einem Minus von 12 000 Euro beschlossen.

Dienstag, 26.06.2012, 23:06 Uhr

Der BSV braucht 30 000 Euro : Turbulente Generalversammlung: Mitglieder sollen Einmalzahlung zur Schließung der Finanzlücke leisten
Der Vorstand des BSV um Vereins-Chef Detlev Ströcker (r.), Kassenwart Wolfgang Grawemeyer und die zweite Stellvertreterin Maria Baumhöver hatte keinen leichten Stand in der turbulenten Generalversammlung. Foto: tu

Hoch schlugen die Wellen der Kritik im proppenvollen Vereinsheim, als der Vorstand um den bei acht Enthaltungen bestätigten Vorsitzenden Detlev Ströcker eine – letztendlich für Familien abgemilderte – Sondererhebung von 20 Euro pro Mitglied als Sofortmaßnahme fürs laufende Jahr ankündigte. Ströckers Appell um Verständnis („Wir ziehen alle an einem Strang!“) für die Einmalzahlung nebst Einführung der überfälligen Spartenbeiträge folgte die unvermeidliche heftige Debatte. „Familien werden unzumutbar belastet – es wird Austrittswellen geben!“, so der Tenor. Stattdessen schlugen Teilnehmer Selbsthilfemaßnahmen wie Putz- und Reinigungsaktionen oder Sponsorenläufe vor. „Wir werden so nicht die erforderlichen Einnahmen erzielen“, gab Ströcker zu bedenken. Mit vier Gegenstimmen stimmte die Versammlung der Einmalzahlung von 20 Euro pro Mitglied zu – für Familien gilt der Höchstsatz von 60 Euro. Trotz 16 Nein-Stimmen beschloss man fürs nächste Jahr die Einführung von Spartenbeiträgen von jeweils 20 Euro sowie 40 Euro für die Judo-Abteilung. Zudem werden die Mitgliedsbeiträge Erwachsener künftig bereits ab 18 Jahren (bisher ab 21 Jahren) mit 126 Euro berechnet – beschlossen bei sieben Gegenstimmen. Die Erläuterung des diffizilen Kassenberichts nahm zuvor sehr breiten Raum ein: Zwar werde sich das Minus laut Kassenwart Grawemeyer aufgrund einer Umsatzsteuerrückzahlung vorübergehend auf einen vierstelligen Betrag reduzieren, die Schulden drohten bis zum Jahresende jedoch wieder in fünfstellige Höhe zu galoppieren. Auf Unverständnis stießen die Steuerberatungskosten in fünfstelliger Höhe; ein Mitglied kündigte daraufhin spontan seine Mitarbeit in Steuerberatungsfragen an. Zwar erteilte die Versammlung dem Vorstand mehrheitlich Entlastung, die Kassenprüfer Reiner Wyschka und Günter Borcharding bekräftigten aber: „Die Liquiditätsprobleme des BSV sind erheblich. Wenn bis zum Jahresende nichts verändert wird, fehlen 30 000 Euro.“ BSV-Chef Ströcker führt die Finanzprobleme darauf zurück, dass es innerhalb des Vereins in allen Bereichen und Abteilungen auf der Ausgabenseite zu „moderaten Steigerungen“ gekommen sei, die sich summierten. Hinzu komme eine Veränderung der Mitgliederstruktur. Zwar sei die Zahl der Mitglieder mit 1500 unverändert geblieben – allerdings bei einem Zuwachs von Jugendlichen und einem Schwund bei Erwachsenen. „Allein das“, so der Vorsitzende gegenüber den WN, „macht etwa 5000 Euro aus.“ Das Schließen der Liquiditätslücke dürfte zur großen Herausforderung für den Vorstand um den alten und neuen Vorsitzenden Detlev Ströcker werden, zumal der Posten des Geschäftsführers mangels Vorschlägen weiter vakant bleibt. Dass es dem BSV nach der ersten kompletten Saison der neuen Dreifachhalle sportlich so gut geht wie noch nie, geriet fast zur Nebensache. So schafften laut Vereins-Chef Ströcker die Handball-Damen und die erste Fußball-Mannschaft den Aufstieg in die Landesliga .

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