Zwei Frauen in Höchstform
Kabarett-Duo „Weibsbilder“ zog beim Gastspiel in Roxel alle Register seines Könnens

Münster-Roxel -

Zweieinhalb Stunden währte der Dauerangriff auf die Lachmuskeln in der ausverkauften Schulmensa: Das Kabarett-Duo „Weibsbilder“ in Gestalt von Claudia Thiel und Anke Brausch machte seinem Namen alle Ehre. Ob als Hippie-Mädchen Gundula, Tineke, Mauerblümchen vom Lande, gescheitertes Model oder Vamp: In ständig wechselnder Kostümierung legten sich die frivolen Rheinländerinnen auf Einladung der Kulturinitiative „RoKuLa“ ins Zeug, dass es eine wahre Freude wahr.

Sonntag, 24.02.2013, 23:02 Uhr

Das Kabarett-Duo „Weibsbilder“ in Höchstform: Anke Brausch (l.) und Claudia Thiel gastierten auf Einladung der Kulturinitiative „RoKuLa“ in der Mensa des Roxeler Schulzentrums.
Das Kabarett-Duo „Weibsbilder“ in Höchstform: Anke Brausch (l.) und Claudia Thiel gastierten auf Einladung der Kulturinitiative „RoKuLa“ in der Mensa des Roxeler Schulzentrums. Foto: tu

Inmitten der Abgründe ihres Wellness-Tempels entlarvten sie mit aberwitzigen Geschichten rund ums Thema Body, Beauty, Face-Lifting und Diät die Absurditäten des weiblichen Schönheitswahns – ohne die Männerwelt zu vernachlässigen. „Du bist ein kosmetischer Pflegefall“, attestierte Brausch , nur mit knappem Handtuch bekleidet, ihrer bodenständigen Partnerin Thiel . Die kokettierte mit ihrer Leibesfülle: „Alles erotische Nutzfläche!“ Die Frage sei allerdings, fügte sie hinzu, wie lange die Bauern im Münsterland wohl brauchten, „um das alles zu beackern!“ Der Saal tobte.

Das Duo beherrschte indes weit mehr als nur vordergründige Pointen, die unter die Gürtellinie zielten. Köstlich waren die mit Wortwitz garnierten Seitenhiebe auf Casting-Shows und Doku-Soaps. Fest stehe, sinnierte die Schwarzhaarige im Handtuch, eine TV-Show könne man nur gewinnen, wenn man „was besonders Ekliges am liebsten“ mag. Leider sie sei als Model bei Heidi Klum gescheitert. Begründung der Chefin: „Deine Attitude beim Editorial war nicht edgy genug!“

Über Frauen, die literweise Silikon trügen oder sich gar per „Brasilian Waxing“ bis auf die Nieren enthaarten, wurde ebenso schwadroniert wie über Kinder ab drei Jahren: Die sollten in einen Wellness-Kindergarten – dann würden aus Bettnässern wahre Wellnesser, und die Mütter hätten genug Zeit, sich ihre Nägel machen zu lassen.

Die „Weibsbilder“ entfalteten einen nicht endenden Wortschwall weiblicher Selbstzweifel, selbstironisch ins Groteske verzerrt. Zu guter Letzt, im stolzen Alter von 86 Jahren, jagten beide noch immer der Schönheit und den Männern hinterher. Fazit: Während dank der Schönheitsindustrie die schönen Mittelalten inzwischen zu Horrorgestalten mutierten, kämen Männer als Partner nur in Frage bis „maximal 40 Jahre, aber ohne fremde Zähne und Haare“. Das Publikum lachte Tränen.

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