Haltepunkt lässt auf sich warten
Fehlende Genehmigung verzögert Bau des neuen Roxeler Bahnhofs bis ins Jahr 2014

Münster-Roxel -

Aus Verärgerung über die erneute Verzögerung beim Bau des geplanten Bahnhaltepunkts in Roxel wandte sich der SPD-Ratsherr für den Stadtteil, Dr. Fritz Baur, mit einigen kritischen Fragen an den Oberbürgermeister. Dadurch sorgte er für mehr Klarheit über die Zusammenhänge, die dazu führen, dass das Vorhaben bis ins Jahr 2014 oder sogar bis an dessen Ende verschoben wird.

Mittwoch, 27.03.2013, 23:03 Uhr

Zunächst stellt der städtische Verkehrsplaner Gerhard Witt in seinem Antwortschreiben dar, dass keineswegs geänderte städtische Verkehrsplanungen die Ursache für die Verzögerung seien. Vielmehr habe das Eisenbahnbundesamt (EBA) die von der Deutschen Bahn (DB) vorgelegte Planung für den Bahnübergang bislang nicht genehmigt. Ohne diese Genehmigung könne der Schienenhaltepunkt jedoch nicht in Betrieb genommen werden.

Nun geht es darum, die Auflagen des EBA zu erfüllen. Dazu müssen laut Witt die Pläne für den Bahnübergang verändert werden. Darin liege allerdings auch eine Chance: Das Ziel, die Busse direkt bis an den Haltepunkt zu führen, könne gegebenenfalls früher erreicht werden, als zunächst absehbar war. Der städtische Verkehrsplaner betont, dass diese Änderungen jedoch nicht die Ursache für die Zeitverzögerung seien.

Ratsherr Baur hakt nach, ob die neuen Sachverhalte nicht schon in der Planungsphase erkennbar gewesen seien. Offenbar nicht, legt Witt dar: „Seit der Aufstellung des Bebauungsplanes hat sich ein neuer Sachverhalt dadurch ergeben, dass der Landesbetrieb Straßenbau die Planungen für den Bau des Radwegs zwischen Roxel und Albachten konkretisiert hat.“ Der Radwegbau musste zusätzlich in die Planungen zum Bahnübergang und zum Bahnhaltepunkt integriert werden.

Nach den derzeitigen Aussagen der Deutschen Bahn AG sei es vorgesehen, den Bahnhaltepunkt Roxel Ende 2014 umzusetzen, informiert der städtische Verkehrsplaner. Über diese Verzögerung um ein volles Jahr ärgert sich auch die CDU-Ratsfrau für Roxel, Sybille Benning: „Es ist für mich unverständlich, dass es am Ende eines schon so langen Prozesses dazu kommen konnte“, sagte sie im WN-Gespräch.

Auch in Mecklenbeck gebe es Verzögerungen beim neuen Haltepunkt, weil die Bahn mit ihren liegenschaftlichen Verhandlungen noch nicht zum Abschluss gekommen sei. Der nötige Flächenerwerb habe noch nicht getätigt werden können, hat Benning erfahren. „Die Stadt kann da nichts machen“, ist ihr klar. Die Ratsfrau kritisiert, dass die Bahn erst im Dezember 2012 den Eigentümer der Flächen angesprochen habe, die in Roxel benötigt würden.

Ein weiteres Problem sehe das Eisenbahnbundesamt darin, dass es zu einer gleichzeitigen Nutzung der Straßen- und Schienenkreuzung durch ein landwirtschaftliches Betriebsfahrzeug mit Anhänger, einen Lkw und einen Zug kommen könnte. „Es gäbe dann möglicherweise Schwierigkeiten, weil der Bus noch auf den Gleisen stehen könnte, während ein Zug kommt“, berichtet Sybille Benning. Der Eigentümer der Stichstraße hinter der Gaststätte Edelkamp habe vorgeschlagen, er könne die Zufahrt sperren, aber das reiche dem Eisenbahnbundesamt nicht. Die Stadt bewerte diese Einmündung auf die Pienersallee hingegen nicht als Problem.

Benning weist auf den Zeitfaktor hin: „Die Bahnstrecke wird für die Bauarbeiten sechs Wochen gesperrt. Es wäre gut, das in den Sommerferien zu tun, weil dann keine Kosten für den Schülerersatzverkehr anfallen würden.“ Denn Schüler, die zum Beispiel aus Havixbeck nach Münster fahren, müssten sonst mit Bussen befördert werden. Die Deutsche Bahn wolle den neuen Haltepunkt nur zu einem der regulären Fahrplanwechsel eröffnen. Daraus ergebe sich die langfristige Verzögerung der Maßnahme bis zum Winterfahrplan.

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