Termine noch und noch: Frank Benning sieht seine bundespolitisch ambitionierte Frau nur noch sehr selten
Wenig Zeit fürs Miteinander

Münster-Roxel -

Erstmals schickt die münsterische CDU mit Sybille Benning eine Frau als Bundestagskandidatin ins Rennen. Der Roxelerin verlangt dies viel Arbeit, viel Engagement und viel Zeit ab. Ehemann Frank kann ein Lied davon singen...

Dienstag, 17.09.2013, 23:09 Uhr

An die Wahlkampfplakate seiner Frau hat sich Frank Benning mittlerweile gewöhnt. Der Roxeler hofft, dass sie es am Sonntag für Münsters CDU in den Bundestag schafft.
An die Wahlkampfplakate seiner Frau hat sich Frank Benning mittlerweile gewöhnt. Der Roxeler hofft, dass sie es am Sonntag für Münsters CDU in den Bundestag schafft. Foto: sch

Ehepartner von Politikern haben es nicht leicht. Der Roxeler Frank Benning kann ein Lied davon singen: Nachdem Ehefrau Sybille im November vergangenen Jahres zur Bundestagskandidatin der münsterischen CDU nominiert wurde, ist die gemeinsame Zeit im Haus der Bennings am Dingbängerweg arg knapp geworden. Der Terminkalender der Christdemokratin ist meist randvoll. Selbst das gemeinsame Frühstück sitzt mitunter nicht drin. „Aber ich hab ja noch den Hund“, flachst Frank Benning. Zumindest der könne noch regelmäßig Gesellschaft leisten.

Mehr als ein Vierteljahrhundert sind die 52-jährige Roxelerin und ihr gleichaltriger Ehemann verheiratet. Sie lernten sich beim Studium in Freising kennen, haben vier erwachsene Kinder und führen die mittelständische „Benning GmbH & Co. KG“, eine Firma mit 85 Mitarbeiterin, die im Straßen-, Garten- und Landschaftsbau tätig ist. Auch Sybille Benning war als Landschaftsplanerin bislang stark in den Familienbetrieb eingebunden. Doch aufgrund ihrer Bundestagskandidatur muss sie längst ganz erheblich kürzer treten.

„Die Familie steht dahinter“, kommentiert Frank Benning die bundespolitischen Ambitionen seiner Ehefrau. Als er die ersten Wahlkampfplakate mit ihrem Konterfei in den münsterischen Straßen erblickt habe, sei er schon ein wenig erschreckt gewesen, gibt er zu. Plötzlich sei seine Frau, die – so wie er – eigentlich gar nicht partout im Mittelpunkt stehen wolle, zu einer Person des öffentlichen Interesses geworden. Doch daran habe er sich mittlerweile gewöhnt. Die vier erwachsenen Kinder hätten allerdings gesagt, dass es gut sei, nicht in Münster zu wohnen. Sonst würden sie wohl zu oft auf ihre politisch engagierte Mutter angesprochen.

In der heißen Wahlkampfphase sieht der Roxeler seine Frau äußerst selten. Besuche bei Stadtteilfesten, Podiumsdiskussionen, Parteitermine, Visiten bei Nachbarschaften, Gruppen und Vereinen halten die Bundestagskandidatin von morgens bis abends auf Trab. „Als Newcomerin muss sie sich bekannt machen“, zeigt Frank Benning großes Verständnis. Oft liege er abends schon im Bett, wenn sie zu später Stunde nach Hause komme.

Doch auch er profitiere von den Erfahrungen, die die Bundestagskandidatin mache und mit ihm teile. Sie treffe mit hohen Politikern – angefangen von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bis hin zu Bundesumweltminister Peter Altmaier – und natürlich zahlreichen Bürgern zusammen. Es gebe konstruktive, angeregte und zuweilen auch kritische Gespräche. „Über all das reflektieren wir gemeinsam – aus meiner Sicht ist das eine Bereicherung.“

Ihr schon zehn Jahre währendes Engagement in der Politik nehme seine Frau sehr ernst, unterstreicht der Garten- und Landschaftsbau-Ingenieur. Das zeige sie auch im münsterischen Rat: „Sie fühlt sich ihrer Heimatstadt sehr verbunden. Etwas für die Menschen in Münster und Umgebung tun zu können, das treibt sie an.“

Sybille Benning könne gut auf Menschen zugehen. Sie sei keine aalglatte Berufspolitikerin und komme „mitten aus dem Leben“, meint Frank Benning. „Solche Leute tun unserem Parlament gut.“ Er sei fest davon überzeugt, dass sie für den Bundestagsjob die Richtige sei. Aus seiner Sicht wäre es schade, wenn sie es am Sonntag (22. September) nicht ins Parlament schaffen sollte. Doch auch dann gehe die Welt keineswegs unter.

Und wenn es mit dem Sprung nach Berlin klappt und sich das Ehepaar demnächst noch weniger sieht? „Ich lasse die Dinge auf mich zukommen“, sagt Frank Benning.

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