Der Roxeler Fahrzeugbastler Siegfried Volkert hat ein Faible für alte Motorräder
Oldtimer haben es ihm angetan

Münster-Roxel -

Heinkel-Roller und DKW-Motorräder – damit kennt sich Siegfried Volkert aus. Bereits seit seiner Jugend hat sich der 72-Jährige der Motorenbastelei und -schrauberei verschrieben.

Donnerstag, 26.06.2014, 23:06 Uhr

Zwei schmucke Heinkel-Roller, das DKW-Motorrad, der komplett restaurierte Trabi: Siegfried Volkert begeistert sich für zwei-, aber auch vierrädrige Oldtimer.
Zwei schmucke Heinkel-Roller, das DKW-Motorrad, der komplett restaurierte Trabi: Siegfried Volkert begeistert sich für zwei-, aber auch vierrädrige Oldtimer. Foto: tu

„Das ist Musik!“, freut sich Siegfried Volkert, als er den wummernden Zweitakter anlässt: Auf das schmucke DKW-Modell – Baujahr 1954, 175 Kubikmeter Hubraum, 9,8 Pferdestärken – ist der passionierte Oldtimer-Liebhaber besonders stolz. Kein Wunder, mit dem Erwerb und der anschließenden Restauration des betagten Zweirades vor 21 Jahren begann die Leidenschaft des gelernten Fernsehtechnikers.

„Über ein Jahr Arbeit steckt da drin“, erzählt der 72-Jährige mit leuchtenden Augen. „Alles ist wieder im Originalzustand!“ Kupplungs- und Handbremsgriffe, Zündschloss, Tachometer – etliche der ursprünglichen Ersatzteile besorgte sich der pfiffige Bastler und baute sie in das Oldtimer-Motorrad ein. Und, wie er hinzufügt: „Alles aus dem Kopf, denn eine Anleitung gab’s nicht!“

Zu den Raffinessen zähle neben der Sechs-Volt-Zündanlage nebst altertümlicher Magnetzündung auch das besondere Kraftstoffgemisch. Benötigt werde eine Mischung von Öl und Benzin im Verhältnis 1:25.

Dass sich Volkert für ein Motorrad dieses Typs entschied, hat seine Geschichte. „Schon als Junge im Alter bin ich eine DKW RT 175 gefahren“, erzählt der Roxeler mit einem verschmitzten Lächeln. Es war quasi ein Bubenstreich, der buchstäblich den Funken der Leidenschaft entfachte: Der damalige Pater der St.-Arnold-Pfarre in Volkerts Heimatort Neuenkirchen war seinerzeit nicht nur der Lehrer des späteren Motorradfans, sondern fuhr ebendieses geschätzte Zweirad. Selbiges ließ sich mit einem Nagel kurz schließen, was der pfiffige Junge auch gleich ausprobierte. „Der Pater“, erinnert sich Volkert, „war nur böse, dass ich nicht vorher gefragt hatte. Später ließ er mich sogar regelmäßig auf seiner DKW fahren!“

Es überrascht kaum, dass sich Siegfried Volkert bereits in jugendlichem Alter alles notwendige Wissen rund ums Motorrad schnell selbst beibrachte. „Schon als Kind habe ich viel daran gebastelt, Vergaser eingestellt und vieles mehr – das lernte man eben!“

In Roxel ist Volkert heute keineswegs der einzige DKW-Fan: Mit vier weiteren Besitzern exakt dieses Motorrad-Typs geht es mitsamt ihrer Karossen bei schönem Wetter freitags „auf Tour“. „Wir fahren um die 100 Kilometer kreuz und quer durchs Münsterland auf kleinen Straßen“, berichtet der Roxeler. „Anschließend geht’s wieder ans Basteln“. Schließlich wartet ständig neue Arbeit: Zwei Heinkel-Roller, ein Motorrad vom Typ „Schwalbe“ und nicht zuletzt der feuerrote Trabi, Baujahr 1982, den Volkert nach eigenen Worten vor Kurzum „anstandslos“ über den TÜV gebracht hat, verlangen ebenfalls regelmäßige Wartung.

An der Oldtimer-Rallye „Münster Classic“ hat Siegfried Volkert früher nach eigenem Bekunden regelmäßig gern teilgenommen. „Leider werden wir Zweiradfahrer heute gar nicht mehr angesprochen“, bedauert er.

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