Neue Energieanlagen im Westen
Warten auf Windstille

Münster-West -

Zwei Windenergieanlagen werden von den Stadtwerken am Twerenfeldweg und am Stodtbrockweg errichtet. Das funktioniert jedoch nur bei Windstille.

Montag, 20.10.2014, 22:10 Uhr

Der blaue Großkran am Twerenfeldweg macht den Hochspannungsmasten im Aatal Konkurrenz. Der Kran ist auch vom Gievenbecker Ramertsweg aus zu sehen. Dementsprechend wird der Blick von dort aus künftig auf die neuen Windenergieanlagen fallen.
Der blaue Großkran am Twerenfeldweg macht den Hochspannungsmasten im Aatal Konkurrenz. Der Kran ist auch vom Gievenbecker Ramertsweg aus zu sehen. Dementsprechend wird der Blick von dort aus künftig auf die neuen Windenergieanlagen fallen. Foto: eb

Es klingt zunächst widersprüchlich, ist aber nachvollziehbar: „Wenn es windig ist, kann eine Windenergieanlage nicht aufgebaut werden“, erläutert Florian Adler , Pressesprecher der Stadtwerke . Die viele Tonnen schweren Bauteile würden sonst in Schwingung geraten und ließen sich bei der Montage nicht ausreichend kontrollieren. Daher seien am Freitag noch nicht die ersten Teile der Anlage am Twerenfeldweg aufgebaut worden. Eigentlich war vorgesehen, den Turm schon zu errichten und am gestrigen Montag den Aufbau fortzusetzen.

Im Laufe dieser Woche soll das spektakuläre Geschehen jedoch seinen Lauf nehmen. „Wenn die erste Anlage fertig ist, zieht der Kran direkt weiter zum zweiten Standort am Stodtbrockweg“, kündigt Adler an.

Mit Schwertransportern wurden die Teile der ersten Anlage angeliefert, die ganz in der Nähe des Umspannwerks stehen wird. „Der Turm wird aus vier Segmenten zusammengesetzt“, erklärt Adler. „Anschließend wird das Maschinenhaus daraufgesetzt.“ In dieses kastenförmige Bauteil, neben dem am Boden selbst ein großer Lkw klein wirkt, wird der Antriebsstrang hineingehoben. „Das ist die Verbindung zwischen dem Rotor und dem Generator, der den Strom erzeugt“, informiert der Stadtwerke-Pressesprecher.

Der Rotor wird am Boden liegend montiert. Er besteht aus der Nabe und den drei Rotorblättern. „Alles wird dann in einem Stück hochgezogen, um es am Antriebsstrang zu befestigen. Dafür werden zwei Kräne gebraucht“, erklärt Adler. Der bereits vor Ort stehende blaue Großkran zieht den Rotor nach oben. Hinzu kommt ein Autokran, mit dem der Rotor stabilisiert wird. „Er muss dabei von der Horizontalen in die Vertikale gebracht und passgenau am Antriebsstrang positioniert werden“, sagt Florian Adler.

Ein Rotorblatt hat eine Länge von 58 Metern. Der Durchmesser des gesamten Rotors beträgt 117 Meter. Die Gesamthöhe der Windenergieanlage misst 150 Meter, wenn eines der Rotorblätter senkrecht nach oben gerichtet ist.

Jede der beiden Anlagen, die am Twerenfeldweg und am Stodtbrockweg errichtet werden, bringt eine Leistung von 2,4 Megawatt. Pro Anlage können im Jahr fünf Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt werden. „Das entspricht dem Strombedarf von 1450 Haushalten, der jeweils von einer Anlage abgedeckt werden kann“, sagt Adler. Der erzeugte Strom wird zu einer Übergabestation geleitet, die an der Wittoverstiege gebaut wurde. „Dort wird der Strom direkt in das Mittelspannungsnetz eingespeist.“ In das benachbarte Umspannungswerk könne nicht eingespeist werden, da es sich dort um Hochspannung handele.

Auf dem Maschinenhaus sind Messinstrumente angebracht, um beispielsweise die Windgeschwindigkeit zu ermitteln. „Bei zu starkem Wind schaltet sich die Anlage automatisch ab“, erklärt Adler.

Interessierte Bürger können sich finanziell an einer noch zu gründenden Genossenschaft beteiligen. Dies ist noch in Planung. Wer möchte, kann jedoch schon seine Kontaktdaten per E-Mail unter info@stadtwerke-muenster.de hinterlassen oder sie unter ✆ 6 94 12 34 durchgeben.

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