Roxeler Baumkundler und Fotograf präsentiert seine neue Ausstellung im Mühlenhof
Schürmanns imposante Linden

Münster-Roxel -

Alte Bäume haben es ihm schon seit vielen Jahren angetan: Wolfgang Schürmann lichtet sie vielerorten mit seiner Spiegelreflexkamera ab und zeigt sie regelmäßig bei Ausstellungen. Seine aktuelle Foto-Ausstellung widmet sich den Linden. Bis Ende Oktober ist sie im münsterischen Mühlenhof zu sehen.

Mittwoch, 06.05.2015, 23:05 Uhr

Baumkundler mit Foto-Faible: Im Mühlenhof präsentiert der Roxeler Wolfgang Schürmann bis Ende Oktober sehenswerte Aufnahmen von betagten alten Linden.
Baumkundler mit Foto-Faible: Im Mühlenhof präsentiert der Roxeler Wolfgang Schürmann bis Ende Oktober sehenswerte Aufnahmen von betagten alten Linden. Foto: sch

Linden sind für Wolfgang Schürmann ganz besondere Bäume: „Eine Linde kommt 300 Jahre, steht 300 Jahre und geht 300 Jahre“, zitiert der Roxeler ein altes Sprichwort. Denn um Linden, die man in jeder Stadt und in fast jedem Dorf findet, ranken viele Mythen. Als begeisterter Amateurfotograf und Hobby-Dendrologe (Baumkundler) hat Schürmann in den vergangenen Jahren etliche dieser Bäume mit ihren herzförmigen Blättern abgelichtet und aus seinem reichhaltigen Fundus eine Fotoausstellung zusammengestellt. Gezeigt wird diese jetzt im Mühlenhof .

Unter der Überschrift „Von Tanz-, Dorf- und anderen Linden“ sind Schürmanns Aufnahmen bis zum 30. Oktober in der Zichorienmühle und im Dorfkrug des Freilichtmuseums zu sehen. 26 Aufnahmen im A 3-Format, allesamt von handgefertigten Rahmen aus naturbelassenen Ästen umgeben, lassen bundesdeutsche Linden in vielen Facetten eindrucksvoll in Erscheinung treten.

Präsentiert werden in der Ausstellung unter anderem die 120 Jahre alte Tanzlinde aus Tungerloh-Capellen im Kreis Borken, die Tanzlinde in Leeden im Kreis Steinfurt und die Tanzlinde im Oberfränkischen Limmersdorf. Letztere soll aus dem Jahre 1648 stammen und seit 1729 im Rahmen der Lindenkirchweih alljährlich „betanzt“ werden. Die im Geäst des mächtigen Baums angelegte Tanzfläche befindet sich in der luftigen Höhe von vier Metern. Tanzlinden sind Bäume, die insbesondere in früheren Zeiten im Mittelpunkt dörflicher Tanzfeste und Bräuche standen.

Mehr als 700 Jahre alt sein soll die Marienlinde in Telgte. „Von ihr ist allerdings nur noch der Reststamm übrig“, sagt Schürmann. Die Dorflinde im hessischen Schenklengsfeld – mit geschätzten 1275 Jahren vermutlich der älteste Baum Deutschlands – hat der Roxeler Fotograf ebenso für seine Ausstellung abgelichtet wie den „Baum des Jahres 2014“. Bei ihm handelt es sich um die „1000-jährige Riesenlinde“ im emsländischen Heede. Mit ihrem Umfang von gut 18 Metern gilt sie laut Schürmann als dickste Linde Deutschlands. Allerdings soll sie nur 500 Jahre „auf dem Buckel“ haben. Dem habe der Bürgermeister des Orts bei der Auszeichnung des Baums im vergangenen Jahr allerdings heftig widersprochen, sagt der Roxeler. „Das 1000-Jährige könnt ihr uns nicht nehmen“, soll das Heeder Stadtoberhaupt gesagt haben. Schließlich handle es sich beim Baum um einen wahren Touristenmagneten.

Weitere Aufnahmen des 62-Jährigen zeigen unter anderem Detailaufnahmen von saftstrotzenden Lindenblättern bis zu knorrigen Wurzeln. Und natürlich hat Wolfgang Schürmann auch die münsterische Promenade mit ihren rund 2000 Linden nicht ausgespart.

Mit seinen wechselnden Baumfoto-Ausstellungen ist der Roxeler bereits seit 2005 im Mühlenhof Stammgast: „Mittlerweile stelle ich hier zum zehnten Mal aus.“

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