Reisesegen
„Anders auftanken“ an der A1

Münster-Roxel -

Eine Auszeit während des Reisestresses, ausspannen und die Seele baumeln lassen: All das ist möglich an der Autobahnkapelle in Roxel. Dort bieten Geistliche wieder den Reisesegen zur Sommerzeit an.

Montag, 06.07.2015, 00:07 Uhr

„Anders auftanken“, so lautet das Motto, mit dem Pfarrer Reinhard Potts den Menschen begegnen möchte. In einer Kladde halten die Reisenden ihre Wünsche fest.
„Anders auftanken“, so lautet das Motto, mit dem Pfarrer Reinhard Potts den Menschen begegnen möchte. In einer Kladde halten die Reisenden ihre Wünsche fest. Foto: sn

Es waren einfache Wünsche, die die Menschen in das kleine Büchlein auf dem Altar schrieben. Dass es den Angehörigen gut ergehen solle oder die Urlaubsfahrt weiter ungestört verlaufe. Die Frauen und Männer, aber auch ganze Familien, die hierhin kamen, hatten zumeist selber längere Strecken zurückgelegt. Der Altar und das Buch mit den vielen Wünschen befand sich in der Autobahnkapelle Roxel . Dort spendete am Samstag Pfarrer Reinhard Potts Reisenden den Segen.

Vor der Kapelle waren Schilder aufgestellt: „Anders auftanken!“, stand dort. Und genau darum ging es: Abseits von Lärm und Hektik zur Besinnung zu kommen. „Das ist hier ein Ruhepol“, erklärte Potts. Der sich einfach selbst auf eine Bank in der Kapelle setzte, in der Bibel las und auf Reisende wartete. „Manche sind nur kurz da und stellen eine Kerze auf“, sagte er. Einige wollten auch ganz ungestört bleiben. Doch wenn das Gespräch gesucht wurde, war Pfarrer Potts einfach da.

„Sind sie auf der Reise?“, so seine unkomplizierte Frage. Und schon war das Gespräch im Gange. Ein älteres Ehepaar erzählte, dass es aus dem Allgäu komme, und schon war der Anfang gemacht. Gebete, Gedanken und Gespräche – das war das, was Pfarrer Potts und die Menschen verband. Seltene Gäste beim Spenden des Reisesegens seien aber Lkw-Fahrer, so der Geistliche. Familien und Ehepaare wären häufiger anzutreffen. Meistens seien sie auf dem Weg zum Urlaubsort. Und so sei der häufigste Wunsch: „Heile ankommen.“

Seit gut 30 Jahren gibt es den geistlichen Beistand in der Autobahnkirche. Die sei für jede Konfession offen, erklärte Potts. Er selber ist Pfarrer der altkatholischen Gemeinden Bottrop und Münster. Doch der Reisesegen sei ein Angebot der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) und damit konfessionsübergreifend. Hier steht die Gemeinsamkeit im Vordergrund. Und so wechseln sich die Geistlichen auch Woche für Woche ab, um auch aus ganz unterschiedlicher Perspektive auf die Reisenden zuzugehen.

Ganz unterschiedlich waren auch die Menschen, die im Laufe der Zeit den Weg in die Autobahnkapelle fanden. Da waren etwa die Mitglieder einer „Abenteuer-Pilgerreise“, die über hohe Temperaturen von über 36 Grad stöhnten. Oder aber die Familie, die einen Urlaub bereits krankheitsbedingt unterbrechen musste und nun umso dankbarer war, sie erneut antreten zu können. Auch kurze Stippvisiten gab es immer mal wieder. So wie die Dame mit Hund etwa, die beim Gassigehen neugierig vorbeischaute. Willkommen waren und sind sie alle.

Das Angebot des Reisesegens in Roxel an der A1 geht weiter. Jeden Samstag, den ganzen Sommer über. Nicht nur während der Ferien in Nordrhein-Westfalen, sondern bis zum 29. August. Jeweils in der Zeit von 12 bis 16 Uhr.

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