Mitglied der Kommunalen Seniorenvertretung kritisiert Bus-Fahrpläne
Am Bahnhof stimmt der Takt nicht

MÜNSTER-ROXEL -

Entweder der Zug ist weg oder man muss lange auf den Bus warten: Am Haltepunkt Roxel gibt es Unmut über die Abstimmung der Fahrpläne.

Donnerstag, 23.06.2016, 05:06 Uhr

Eitel Freude herrschte im Dezember 2014 bei der Einweihung des Bahn- und Bus-Umsteigepunktes Bahnhof Roxel. Vertreter von Stadtwerken und Politik strahlten gemeinsam vor einem Bus. Zur Anpassung der Busfahrpläne gibt es aber Kritik.
Eitel Freude herrschte im Dezember 2014 bei der Einweihung des Bahn- und Bus-Umsteigepunktes Bahnhof Roxel. Vertreter von Stadtwerken und Politik strahlten gemeinsam vor einem Bus. Zur Anpassung der Busfahrpläne gibt es aber Kritik. Foto: jans

Der Umsteige-Ärger am Bahnhof Roxel geht weiter. Jetzt wandte sich Dr. Gerhard Bonn von der Kommunalen Seniorenvertretung Münster an die Stadtwerke Münster.

Er empfahl den Busbetreibern, sie sollten die „Linie 1 so zum Bahnhof fahren lassen, dass man zuverlässig den Zug noch bekommt“. Bonn verwies darauf, dass am Bahnhof der Zug in Richtung Havixbeck und Coesfeld jeweils 17 Minuten nach der vollen Stunde fahre. „So wie der Bus jetzt fährt kommt er oft etwa eine Minute später als der Zug zum Bahnhof“, betont Dr. Born.

Joachim Büscher , Abteilungsleiter Angebotsplanung und Verkehrssteuerung bei den Stadtwerken Münster, gab Dr. Bonn jetzt zumindest teilweise recht. „Sie nennen in der Tat die einzige Anschlusszeit, die bei pünktlichem Betrieb in beiden Richtungen nicht optimal gestaltet ist“, räumt er in einem Schreiben ein. Auch beim Umsteigen in die Gegenrichtung „von der Regionalbahn zum Bus in Richtung Hallenbad“ nennt Büscher den Anschluss „nicht optimal“: Die Bahn aus Richtung Coesfeld komme „zur Minute 37“ an, der Bus in Richtung Hallenbad fahre aber schon drei Minuten eher ab. Komme man mit dem Zug aus Münster „zur Minute 18“ in Roxel an, müsse der Fahrgast 16 Minuten bis zum Bus in Richtung Hallenbad warten.

Büscher verweist aber darauf, dass die Stadtwerke jene „Anschlussbeziehung“, die „nach unserem derzeitigen Kenntnisstand von der Mehrheit der Umsteiger am Haltepunkt Roxel genutzt wird“, optimiert haben. So habe die aus der Innenstadt kommende Linie 1 einen „Zeitpuffer“ von mehreren Minuten zum Umsteigen in die Bahnen. Beim Zug aus Richtung Coesfeld gebe es eine „planmäßige Übergangszeit“ von immerhin einer Minute zum Bus nach Münster. Für die Bahn aus Münster belaufe sich der „Zeitpuffer“ zum Umsteigen in den Bus sogar auf vier Minuten.

Büscher räumt ein, dass diese Zeitplanung nach dem Mehrheitsinteresse der Pendler erfolgt sei – „auch wenn uns bewusst ist, dass das für andere Fahrgäste von Nachteil ist“.

Zudem gibt er zu, dass bei Busverspätungen, etwa zu den Hauptverkehrszeiten, die Bahn in Roxel nicht mehr erreicht werde, da die Busse im Straßenverkehr „mitschwimmen“.

Darauf hatte auch Reinhard Schulte, Prokurist und Leiter Nahverkehrsmanagement der Stadtwerke, bereits im Winter hingewiesen. Damals wandte sich Ratsfrau Angela Strähler (CDU) wegen der „Anschlussprobleme“ am Haltepunkt Roxel an die Stadtwerke (unsere Zeitung berichtete). Schultes Rat damals: In „neuralgischen Zeitlagen“ – etwa ab 16 Uhr – einen Bus der Linie 1 früher nehmen. Zur Erinnerung: Bei der Eröffnung des Roxeler Umsteigepunktes im Dezember 2014 hatte zwischen Ortspolitikern und Stadtwerken noch eitel Sonnenschein geherrscht.

Gegenüber Dr. Bonn betonte Stadtwerke-Angebotsplaner Büscher jetzt, es gelte an Umsteigepunkten abzuwägen, welche Übergangszeiten vom Bus in den Zug anzusetzen seien. Kurze Zeitfenster reichten zu Spitzenzeiten oft nicht, längere Übergangszeiten führten jedoch auch zu längeren Wartezeiten. Den Hinweis, doch einen früheren Bus der Linie 1 zu nehmen, bezeichnete Büscher gegenüber Bonn inzwischen als „irreführend.“ Seit dem Fahrplanwechsel fahre eben dieser Bus den Bahnhof nämlich gar nicht mehr an, „weil er nahezu keine Fahrgäste für den Haltepunkt befördert“.

Die Stadtwerke, so Büscher weiter, würden aber prüfen, wie sich die Zahl der Umsteiger „aus den Bussen vom Hallenbad Roxel“ entwickele. Bei der Umsetzung des dritten Nahverkehrsplans – „voraussichtlich im Herbst 2016“ – sollen gegebenenfalls Änderungen vorgenommen werden.

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