Verkehr in Roxel
Kapazitätsgrenzen sind erreicht

Münster-Roxel -

Es ging hoch her: Bei der Bürgerversammlung zum Thema „Verkehr in Roxel“ wurde einmal mehr über die hohe Verkehrsbelastung im Ortskern gesprochen. Viele Bürger machen sich deshalb für den seit Langem in der Diskussion stehenden Bau einer Ortsumgehung stark.

Freitag, 10.03.2017, 19:03 Uhr

Gruppenrunde: Frank Neumann von der Polizei Münster besprach mit den Bürgern Vorschläge für eine Temporeduzierung im Umkreis der Marienschule.
Gruppenrunde: Frank Neumann von der Polizei Münster besprach mit den Bürgern Vorschläge für eine Temporeduzierung im Umkreis der Marienschule. Foto: sn

Die Emotionen kochten hoch bei der Bürgerversammlung am Donnerstagabend in der Aula des Roxeler Schulzentrums. So sehr, dass Beate Kretzschmar , Vorsitzende der SPD-Fraktion der Bezirksvertretung West, aufstand und zur Ordnung rief: „Politikerbeschimpfung, das geht nicht.“ Thema des Abends war die Verkehrssituation im Stadtteil. Eine durchgreifende Lösung erwartete ein Großteil der Zuhörer nur von der schon seit Jahrzehnten diskutierten möglichen Nordumgehung.

„Der Bürger soll sich mitgenommen fühlen“, meinte Bezirksbürgermeister Stephan Brinktrine, der gleichzeitig die Moderation übernahm, kurz vor Beginn der Veranstaltung. Im November vergangenen Jahres hatte er dazu aufgerufen, persönliche Problemlagen zu benennen, die die Straßenverkehrssituation in Roxel betreffen. Es kamen gut 40 Vorschläge: „Das ist überwältigend.“

Der Diskussionsabend war nun so geplant, dass diese Vorschläge der Bürger mit Experten von der Verwaltung in verschiedenen Gruppen besprochen werden sollten. Dagegen wandte sich eine Vielzahl von vehement vorgetragenen Wortmeldungen. Ein „Kindergarten“ sei das, so ein Bürger. Er habe eine politische Veranstaltung erwartet. Lautstarke Worte mussten die Verwaltungsvertreter auch im persönlichen Gespräch ertragen. Für einige war die Grenze des Erträglichen überschritten. Sie habe den Eindruck, so Kretzschmar, dass einige nur gekommen seien, um „Frust abzulassen“ und sich „auszukotzen“.

Dabei lohnte es sich, genau hinzuhören. Ralf Renkhoff vom Stadtplanungsamt legte etwa dar, dass die Verkehrsbelastung der Roxeler Straße, des Dingbängerwegs und des Nottulner Landwegs kontinuierlich steige. Die „Kapazitätsgrenzen“ seien erreicht.

„Eine großflächige Lösung für Roxel fehlt“, meinte ein Bürger. Bereits Anfang der 90er-Jahre habe man Abend für Abend wegen der Nordumgehung zusammengesessen. „Aber es ist von der Stadt nichts gekommen.“ Argumente, es fehle an Geld, ließen die Zuhörer nicht gelten: „Schon beim Bau des Doms war nicht genug Geld da.“

Während einige verärgerte Roxeler die Aula verließen, ging es dann, nun etwas ruhiger, doch in der Gruppenarbeit weiter. Dabei wurde insbesondere über eine mögliche Temporeduzierung auf 30 Stundenkilometer am Roxeler Mahnmal gesprochen. Immerhin, so Eltern der Marienschule, seien dort jeden Morgen Grundschüler unterwegs.

Die Verwaltungsvertreter erklärten die Rechtslage, etwa dass eine Temporeduzierung nur während der Schulzeiten und für eine Strecke von 300 Meter möglich sei, wie Frank Neumann von der Polizei Münster einschätzte. Damit konnten viele Eltern leben. „Ich kann man mir nun besser vorstellen, dass eine Temporeduzierung kommt“, so Werner Schulik von der Straßenverkehrsbehörde im Ordnungsamt.

Bezüglich des Ortseingangs an der Havixbecker Straße wurde über häufigere Geschwindigkeitskontrollen und eine zusätzliche Ampel gesprochen. Ein Rückbau der Mittelinsel am Thieplatz, wo es oftmals gefährliche Wendemanöver gebe, zählte zu den weiteren Vorschlägen. Bereits an der Kreuzung Hohenholter Straße / Havixbecker Straße solle es zudem einen Kreisverkehr geben, hieß es. Brinktrine versprach, die Anregungen aufzunehmen und in die politischen Gremien zu tragen. Bei einer eigenen Veranstaltung könnte man dann noch über das „schöne Thema Nordumgehung“ sprechen.

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