Flüchtlingsunterkunft
„Nicht die letzte Etappe der Reise“

Münster-Roxel -

Von innen ist die Flüchtlingsunterkunft an der Havixbecker Straße schon fertig. Außen sind noch einige Arbeiten zu erledigen. Schon bald werden dort Menschen wohnen können.

Donnerstag, 06.04.2017, 19:04 Uhr

Das Außengelände wird derzeit noch fertig gestellt, der Spielbereich ist schon hergerichtet.
Das Außengelände wird derzeit noch fertig gestellt, der Spielbereich ist schon hergerichtet. Foto: Anna Spliethoff

Betreten werden darf die Flüchtlingsunterkunft an der Havixbecker Straße bisher nur von den Bauarbeitern – die Abnahme ist noch nicht erfolgt. Doch beim Blick durch die Fenster wird klar: Lange dauert es nicht mehr, bis das Gebäude mit der Hausnummer 72 bezogen wird.

Mehr zum Thema

Neue Flüchtlingsunterkunft in Roxel:  Flüchtlinge kommen Mitte März

Flüchtlingsheim Havixbecker Straße:  „Es kommt zu Verzögerungen“

Flüchtlingsunterkünfte:  Stadt will trotz Leerstands weiter bauen

...

Voraussichtliches Bezugsdatum Ende April

„Voraussichtlich ab dem 26. April werden hier Flüchtlinge einziehen“, erklärt Thomas Schulze auf‘m Hofe vom Sozialamt. Er ist zufrieden mit dem Bau, der im November begonnen hat. Es werde noch an den Außenanlagen gewerkelt, innen sei die Unterkunft fertig. Die Einrichtung komme erst zum Schluss.

In der Unterkunft werden etwa 100 Menschen leben. Sie werden aus verschiedenen Einrichtungen an die Havixbecker Straße kommen. Aber Schulze auf‘m Hofe erklärt: „Die Menschen leben alle schon seit mehr als einem Jahr in Münster.“

Hauptsächlich für Familien

Gitta Kock vom Sozialdienst wird für die Menschen zuständig sein. Auch hier werde es eine „sensible Belegung“ geben, erklärt Kock: „Wir werden die Unterkunft nicht in den ersten zwei Wochen voll belegen.“ Thomas Schulze auf‘m Hofe betont zudem: „Es wird eine Familienunterkunft.“ Trotzdem werden dort auch Alleinstehende leben. „Aber maximal zehn Prozent“, so Schulze auf‘m Hofe.

Die Menschen werden in kleinen, eigenen Wohnbereichen leben. Zu zweit, zu viert oder auch zu sechst. Jeder Bereich hat eine Nasszelle und eine Küchenzeile. „Wir möchten, dass die Menschen so auch ihr Familienleben wieder ein bisschen hinbekommen“, betont Bezirksbürgermeister Stephan Brinktrine.

"Etwas Privatsphäre"

Von Luxus ist trotz allem keine Spur: Die Wohnbereiche sind zwischen 25 und 35 Quadratmeter groß. „Für bis zu sechs Personen ist das sehr eng“, sagt Thomas auf‘m Hofe. Zudem gibt es zwei Gemeinschaftsräume und ein Spielzimmer. Doch abgeschlossene Bereiche zu schaffen, sei ein großes Anliegen, so Brinktrine: „Es besteht die Möglichkeit, die Tür zuzumachen. Das schafft etwas Privatsphäre.“

Dem Sozialdienst ist es aber ein Anliegen, die Menschen aus der Unterkunft herauszuholen. „Sie sollen nicht isoliert bleiben, sie sollen teilhaben“, macht Schulze auf‘m Hofe deutlich. Dabei gibt es Unterstützung. „Wir stehen in den Startlöchern“, macht Jessica Kattan von der Flüchtlingshilfe Roxel deutlich. Neue Helfer seien gesucht, so Kattan:„Leider nimmt die Bereitschaft zu helfen ab.“.

Kein endgültiges zu Hause 

Trotz allem handele es sich um „eine Übergangslösung“, betont Schulze auf‘m Hofe. Auch Brinktrine hebt hervor, dass es das Ziel sei, die Menschen in Mietwohnungen unterzubringen: „Das hier ist nicht die letzte Etappe der Reise.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4752639?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F142%2F4848254%2F4848255%2F
Drei Verletzte bei Unfall auf der B 235
Durch die Wucht des Zusammenpralls überschlug sich der Wagen der 47-jährigen Sendenerin und blieb auf dem Dach liegen.
Nachrichten-Ticker