Neue Wohnungen am Nottulner Landweg
Reichen die Parkplätze aus?

Münster-Roxel -

Der Entwurf des Bebauungsplans soll im Sommer offengelegt werden: Auf einem 1,2 Hektar großen Areal am Rande der Autobahn 1 will die Stadt rund 30 neue Wohnungen und eine Kita ansiedeln.

Freitag, 05.05.2017, 20:05 Uhr

Läuft alles nach Plan, dann soll der Entwurf des Bebauungsplans bereits im Juni beziehungsweise Juli öffentlich ausgelegt werden: Auf einer 1,2 Hektar großen Fläche im Südosten Roxels, die sich südlich des Nottulner Landwegs, direkt neben dem Autobahn-Lärmschutzwall, befindet, will die Stadt Münster ab 2018 zwei Mehrfamilienhäuser sowie eine Mehrgruppen-Kita errichten. Darüber wurde auf der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Münster-West intensiv diskutiert: Die Parkplatz-Situation bereitet den Politikern Sorgen.

Städtebauliches Ziel ist die „Arrondierung des bestehenden Siedlungsbereichs bis zur Bundesautobahn A 1“. Vorgesehen ist der Bau zweier in Ost-West-Richtung angeordneter Mehrfamilienhäuser. Die zweigeschossigen Immobilien mit Satteldach sollen etwa 30 neue Wohnungen beherbergen. Hinzu kommen soll eine in Nord-Süd-Richtung angeordnete Kindertageseinrichtung mit Flachdach für sechs Gruppen.

Erschlossen werden soll das Projektareal über den Nottulner Landweg, der in diesem Bereich eine Sackgasse darstellt. Die Straße soll an der Südseite umgebaut werden und einen öffentlichen Parkstreifen mit zirka 15 Parkplätzen erhalten. Dafür will die Stadt die Anwohner über Straßenbaubeiträge zur Kasse bitten. Für die Mehrfamilienhäuser sowie die Kita wird es eigene Stellplatzanlagen geben. Allerdings haben die Bezirksvertreter Zweifel, ob ausreichend Parkraum geschaffen wird.

Christdemokrat Nils Schappler wies darauf hin, dass der Betrieb der geplanten Groß-Kita mit einem nicht zu unterschätzendem Hol- und Bringverkehr verbunden sein werde. Dass für die Kindertagesstätte nur sechs Stellplätze vorgesehen seien, halte er für „einen Witz“, hob Schapplers Fraktionskollege Peter Wolfgarten hervor: „Da müssen mehr Parkplätze her!“

Schappler, der darauf verwies, dass die Anwohnerschaft die Planungen der Stadt Münster „nicht mit offenen Armen“ empfange, brachte einen Antrag ein, der auf mehrheitliche Zustimmung stieß, allerdings von den Grünen entschieden abgelehnt wurde: Die Verwaltung wird aufgefordert, „eine ausreichende und dem Bedarf angemessene“ Anzahl von Pkw-Stellplätzen für die Kita, deren Angestellte, die bestehende Nachbarschaft und die neue Anwohnerschaft zu schaffen. Eine Planung, ohne zugewiesene Parkplätze und ohne Parkkonzept für den Hol- und Bringverkehr sei zwingend zu vermeiden.

Grünen-Vertreterin Brigitte von Schoenebeck brachte indes die Bedenken ihrer Fraktion gegen die Ausweisung weiterer Stellplätze zum Ausdruck: Würden mehr Parkplätze geschaffen, dann verleite man Eltern, die den Nachwuchs sonst möglicherweise zu Fuß oder per Leeze zur Kita brächten, geradezu das Auto zu nutzen.

Warf in Zuge der Debatte Sozialdemokratin Elke Kraut-Kleinschmidt die Frage auf, warum das Kita- und Wohnbauprojekt nicht andernorts in Roxel in Angriff genommen werde, so verwies Andreas Kurz darauf, dass es aktuell kein weiteres Terrain gebe, dass kurzfristig zur Verfügung stehe. Es gehe am Nottulner Landweg darum, so der Stadtplaner, zeitnah dringend benötigte Kita-Plätze und Wohnungen zu schaffen.

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