Diebstahl auf Roxeler Friedhof
„Eine bodenlose Frechheit“

Münster-Roxel -

Die Mutter eines vor rund drei Jahren verstorbenen jungen Roxelers ist verärgert: Vom Grab ihres Sohnes wurde eine liebevoll bepflanzte Terrakotta-Schale gestohlen. Die Frau ist traurig und verärgert.

Freitag, 12.05.2017, 01:05 Uhr

Blick auf den Roxeler Friedhof: Vom Grab eines vor drei Jahren verstorbenen jungen Mannes wurde am Sonntag eine teure Terrakotta-Schale samt Bepflanzung gestohlen.
Blick auf den Roxeler Friedhof: Vom Grab eines vor drei Jahren verstorbenen jungen Mannes wurde am Sonntag eine teure Terrakotta-Schale samt Bepflanzung gestohlen. Foto: kbö

Der älteren Roxelerin war ihre Verärgerung durchaus anzumerken: „Eine bodenlose Frechheit, so etwas geht überhaupt nicht!“, ließ sie ihren Frust beim Anruf in der Redaktion unserer Zeitung spürbar heraus. Am vergangenen Sonntag sei das Grab ihres Sohnes auf dem Roxeler Friedhof zum wiederholten Male von dreisten Dieben heimgesucht worden. Das derartiges passiere, sei „einfach nur schlimm“.

In Roxel gebe es viel Vandalismus. Sie habe schlechte Erfahrungen gemacht, deshalb bitte sie darum, namentlich nicht genannt zu werden, sagte die Roxelerin. Nachdem ihr Sohn vor rund drei Jahren im Alter von 34 gestorben war, hat sie sich mit ihrer Familie intensiv der Pflege und ansehnlichen Gestaltung seines Grabs verschrieben. Am Sonntagvormittag brachte ihr Ehemann eine teure Terrakotta-Schale, die mit Husarenknöpfen bepflanzt war, zur Grabstätte.

Als sie dann am Nachmittag selbst zum Friedhof kam, sei die Schale verschwunden gewesen. Auf dem Friedhof, den sie komplett abgesucht habe, sei sie nicht mehr aufzufinden gewesen. Offenbar habe jemand sie einfach mitgenommen. Aus Sicht der Roxelerin schlägt der freche Diebstahl dem Fass den Boden aus. Immer wieder habe es in den vergangenen Jahren Vorfälle gegeben.

Das Grab ihres Sohnes werde regelmäßig mit frischen Schnittblumen geschmückt. Stünden diese in der Vase, so sei es häufig der Fall, dass sich jemand an den Blumen bediene und einige davon einfach mitnehme. Sie sei „entsetzt und traurig“, das es Menschen gebe, die vor den Gräbern Verstorbener keine Achtung hätten und dort Diebstähle verübten. Auch der Friedhofsgärtner habe nach dem jüngsten Vorfall verständnislos den Kopf geschüttelt. Sie hoffe, dass Friedhofsbesucher durch den Bericht in der Zeitung sensibilisiert würden und aufpassten, was auf dem „Gottesacker“ passiert: „Die Bevölkerung soll ein Auge offen halten“, unterstreicht die Roxelerin.

Man werde sicherlich keine Bürgerwehr auf dem Friedhof einrichten können, sagt Heinrich Rövekamp . Er finde es „schlimm und pietätlos“, wenn Langfinger auf Friedhöfen ihr Unwesen trieben, erklärt der Vorsitzende der Friedhofskommission der Pfarrei St. Liudger. Er hätte sich gewünscht, dass die Roxeler Kirchengemeinde als Träger des Friedhofs verständigt worden wäre, damit auch diese „ein bisschen Vorsorge treiben“ könne, um frechen Grabräubern das Handwerk zu legen.

Nach Auskunft der Polizei kommen Diebstähle auf münsterischen Friedhöfen „immer wieder mal vor“. In letzter Zeit habe es jedoch keine gehäuften Vorfälle gegeben, erläutert Polizei-Sprecherin Antonia Linnenbrink. Oftmals handele es sich bei Taten, die auf Friedhöfen verübt würden, um Metalldiebstähle. Beispielsweise würden Kupfergegenstände entwendet.

Wie berichtet, waren im Jahr 2015 auf dem Ehrenfriedhof bei Haus Spital nahe Nienberge rund 500 Bronzetafeln von den dortigen Gräber verstorbener russischer Kriegsgefangener gestohlen worden.

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