Schul- und Sportzentrum Roxel
„Eine Katastrophe für den Ort“

Münster-Roxel -

Philipp Hagemann nimmt kein Blatt vor den Mund: „Wenn es wirklich so kommen sollte, dann wäre das eine Katastrophe für den Ort!“, sagt Roxels SPD-Ratsherr. Aktuellen Plänen zufolge wollen die Stadtwerke in der Zeit vom 26. Juni bis 1. September das Blockheizkraftwerk im Roxeler Sport- und Schulzentrum aufwendig erneuern. Das hätte zur Folge, dass es dort mehr als zwei Monate keine Warmwasserversorgung geben würde.

Freitag, 09.06.2017, 20:06 Uhr

Philipp Hagemann und SPD-Bezirksvertreterin Elke Kraut-Kleinschmidt vor einem der Hinweisschilder an den Umkleiden, die auf die anstehende Warmwasserunterbrechung hinweisen. Auch das Hallenbad soll davon betroffen sein.
Philipp Hagemann und SPD-Bezirksvertreterin Elke Kraut-Kleinschmidt vor einem der Hinweisschilder an den Umkleiden, die auf die anstehende Warmwasserunterbrechung hinweisen. Auch das Hallenbad soll davon betroffen sein.

Sportler des BSV hätten sich an ihn gewandt und über die Pläne der Stadtwerke unterrichtet. Diese seien bislang nicht mit den Betroffenen besprochen worden. Lediglich Aushänge habe es vor Ort gegeben. Es könne nicht sein, dass aus den Duschen der Sporteinrichtungen und des Hallenbads über zwei Monate lang kein warmes Wasser ströme, betont Hagemann . Während dieser Zeit gebe es unter anderem noch Vereins- und Schulschwimmzeiten im Bad. Obendrein befänden sich die Fußballer des BSV dann in der wichtigen Saisonvorbereitung.

Auch das 50-jährige Bestehen der Roxeler Altherrenfußballer werde gefeiert. Dazu komme am 1. Juli die Traditionsmannschaft von Borussia Mönchengladbach zu einem Freundschaftsspiel ins Sportzentrum. „Da spielen so bekannte Leute wie Karlheinz Pflipsen mit. Wenn die nicht duschen können, reisen die gleich wieder ab“, sorgt sich Hagemann.

Als Vize-Vorsitzender des städtischen Sportausschusses hat er dem Leiter des Sportamts kurzfristig einen Brief geschrieben. Das Amt müsse „Druck auf die Stadtwerke machen“, ihre Pläne noch zu ändern. Obendrein wolle ihm überhaupt nicht einleuchten, warum die Erneuerung der Heizungsanlage mehr als zwei Monate dauern solle.

„Wir wissen das auch erst seit Donnerstag.“ Michael Willnath ließ gestern durchblicken, dass die Kommunikation über das Thema seitens der Stadtwerke bislang offenbar nicht optimal verlaufen ist. „Wir werden kurzfristig das Gespräch suchen“, sagt der Sportamtsleiter. „Es gibt riesigen Klärungsbedarf.“ Kommende Woche müsse mit den Verantwortlichen gesprochen werden. „Wir wissen nicht, was die Stadtwerke vorhaben.“

Auch aus Willnaths Sicht wäre ein mehr als zweimonatiger Ausfall der Warmwasserversorgung ein Unding. Das Hallenbad werde erst im Juli in die Sommerschließzeit gehen. Darüber hinaus könne es nicht sein, „dass man den Sportlern die Möglichkeit zum Duschen nimmt“.

Laut Florian Adler wollen die Stadtwerke an ihrem Vorhaben festhalten und das Blockheizkraftwerk im betreffenden Zeitraum erneuern. Nach 20 Jahren sei es höchste Zeit, dies zu tun, so der Stadtwerke-Sprecher. Es werde ein modernes Heizkraftwerk installiert, das effizienter sei und rund 20 Prozent Energie einspare, was zudem gut für die Umwelt sei. Gleichwohl wolle man die Sportler und Schwimmer nicht ohne Warmwasserversorgung stehen lassen.

Damit in den Umkleidekabinen des Sportzentrums geduscht werden kann, wollen die Stadtwerke nun ein Provisorium schaffen. Es werde eine Ersatzanlage aufgestellt: „In den Kabinen wird es den ganzen Sommer über warmes Wasser geben“, verspricht Adler. Auch im Hallenbad werde es keine allzu großen Einschränkungen geben. Dort sei eine Wärmepumpe vorhanden. Diese werde ausreichend warmes Duschwasser liefern und auch dafür sorgen, dass die Temperatur im Schwimmbecken gehalten werden könne. Allerdings könne es vermutlich keinen Warmwasserbadetag geben.

Das Schulzentrum wird nach Auskunft des Stadtwerkesprechers jedoch auf warmes Wasser verzichten müssen. „Aber dort wird „auch nicht geduscht“, so Adler weiter. Die Erneuerungsarbeiten am Blockheizkraftwerk seien bewusst in die Schulferien gelegt worden.

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