Reit- und Fahrverein Roxel
Manche Nachtschicht war nötig

Münster-Roxel -

Eifriges Treiben herrschte am Wochenende 17. und 18. Juni auf dem Gelände an der Bösenseller Straße: Der Reit- und Fahrverein hatte zum großen Fahrturnier eingeladen. Sogar die Bundestrainer waren mit von der Partie.

Sonntag, 18.06.2017, 19:06 Uhr

Manuela und Reitschülerin Laura kümmern sich um ihre fünf Ponys, denn für den Fahrsport ist ein ganzheitliches Training wichtig. Das neue Emblem vor ihrem Wohnwagen ist ein Geschenk von Freunden und Glücksbringer für den Wettkampf.
Manuela und Reitschülerin Laura kümmern sich um ihre fünf Ponys, denn für den Fahrsport ist ein ganzheitliches Training wichtig. Das neue Emblem vor ihrem Wohnwagen ist ein Geschenk von Freunden und Glücksbringer für den Wettkampf. Foto: apr

Musik und gute Stimmung, aber auch Nervosität liegen in der Luft. Gleich beginnt die Dressurprüfung der Zweispänner, wobei Fahrer und Kutschpferde die Nerven behalten müssen, damit sie die kleinen Kegel in hoher Geschwindigkeit umrunden können – am besten ohne Fehler. Am Samstagnachmittag folgt der wichtigste Teil des Fahrturniers des Reit- und Fahrvereins Roxel: die Bundestrainer sichten die Ponyfahrer für die kommende Weltmeisterschaft.

Doch auch hinter den Kulissen gibt es viel zu tun. Heike Kegel hat schon so manche Nachtschicht eingelegt, damit am Wochenende alles am Schnürchen läuft: „Gestern Abend sind wir noch zehnmal um den Platz gefahren, um die Bahnen zu vermessen und zu kontrollieren, ob die Hindernisse richtig platziert sind.“ Sie muss über Anmeldeformulare, Änderungen im Zeitplan sowie die Verwaltung der Stellplätze den Überblick behalten, denn am nächsten Morgen um sieben Uhr beginnt für die Reiter das große Turnierwochenende.

Wie viele Stunden, Wochen und Monate Arbeit in so einen Wettbewerb fließen, weiß auch Pia Eiling vom Organisationsteam: „Die WM-Sichtung ist natürlich eine besondere Herausforderung für die Vorbereitung. Vor drei Monaten haben wir begonnen, einige Geländehindernisse zu erneuern. Zum Glück haben wir handwerklich begabte Männer im Verein.“ Auch die logistische Planung bedarf vieler Finesse – 60 Gespanne sind mit Mensch und Pferd unterzubringen.

Team Höfs ist am Donnerstagmorgen aus der Nähe von Stuttgart bereits um 6 Uhr als erste Reitergruppe eingetroffen – „ideal für die freie Platzwahl für unsere fünf Ponys, Wohnwagen und Zelt“, zwinkert Manuela. Das national und international erfolgreiche Team besteht aus Reiner und Dieter, Fahrer der Ein-, Zwei- und Vierspänner, sowie Manuela und Reitschülerin Laura, die die Pferde reiten und pflegen. „Jeden Abend von fünf bis acht Uhr reiten wir die Pferde, damit sie nicht zu einseitig belastet werden,“ erklärt Manuela das Vorbereitungsritual.

Noch ist die Atmosphäre entspannt – „wie Camping mit Pferden“. Doch Manuela hat bereits die erste von drei Runden um den Hindernisparcours hinter sich, um sich auf den Wettkampf vorzubereiten. Das dauert schon mal 90 Minuten, während Laura die Kutsche putzt und sich später um die Pferde kümmert – vom Säubern der Hufe bis hin zum Frisieren der Mähne.

Nicht nur Teilnehmer sind von fern angereist, sondern auch die Bundestrainer Karl-Heinz Geiger aus Bayern und Wolfgang Lohrer aus Baden-Württemberg. Während der WM-Sichtungen radeln sie auf Fahrrädern mit den Reitern mit, um die Talente genau zu beobachten: „Wir sind gespannt, wie die Fahrer abschneiden, gerade auch die, von denen man noch nicht denkt, dass sie den Sprung schaffen.“

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