Flüchtlingsunterkünfte in Roxel und Nienberge
Wer übernimmt die Trägerschaft?

Münster-West -

Die Betreuung der Flüchtlingsunterkünfte in Roxel und Nienberge soll per Ausschreibung vergeben werden. Der Rat der Stadt Münster wird sich voraussichtlich Ende Januar mit dem Thema befassen.

Mittwoch, 17.01.2018, 20:01 Uhr

Blick auf die Roxeler Flüchtlingsunterkunft: Die Betriebsträgerschaft für die Einrichtung soll bis Mitte des Jahres per nationaler Ausschreibung neu vergeben werden. Noch ungeklärt ist derzeit, ob sich das Deutsche Rote Kreuz daran beteiligen wird. Das DRK hatte die Trägerschaft für die Einrichtung mit Adresse Zum Schultenhof 3 seit dem Jahr 2015 inne.
Blick auf die Roxeler Flüchtlingsunterkunft: Die Betriebsträgerschaft für die Einrichtung soll bis Mitte des Jahres per nationaler Ausschreibung neu vergeben werden. Noch ungeklärt ist derzeit, ob sich das Deutsche Rote Kreuz daran beteiligen wird. Das DRK hatte die Trägerschaft für die Einrichtung mit Adresse Zum Schultenhof 3 seit dem Jahr 2015 inne. Foto: sch

Wer wird ab Mitte des Jahres für die Betreuung der Bewohner in der Flüchtlingsunterkunft Zum Schultenhof 3 zuständig sein? Eine Antwort auf diese Frage muss in absehbarer Zeit gefunden werden, denn die Betriebsträgerschaft ist nach Angaben des städtischen Sozialamts bereits Ende vergangenen Jahres ausgelaufen. Sie soll – ebenso wie die Trägerschaft für die Flüchtlingseinrichtung am Käthe-Ernst-Weg in Nienberge – spätestens zum 1. Juli neu vergeben werden.

Dass die Vergabe der Betriebsträgerschaften nicht schon zum Jahresende 2017 geregelt wurde, hat einen Grund. Es sei nichts versäumt worden, unterstreicht Heinz Lembeck vom städtischen Sozialamt: Vor dem Hintergrund zurückgehender Flüchtlingszuweisungen und der damit einhergehenden Schließung von Einrichtungen habe erst einmal geklärt werden müssen, wie es in puncto Flüchtlingsunterbringung weitergehen solle.

Fest steht, dass die Flüchtlingsimmobilien in Roxel und Nienberge auch weiter von Bestand bleiben werden. Deshalb sollen die Trägerschaften nach den Vorstellungen des Sozialamts im Rahmen eines nationalen Ausschreibungsverfahrens für die Dauer von drei Jahren ausgeschrieben werden. Mit der Option, sie im Falle des Falles noch um ein weiteres Jahr zu verlängern.

Sowohl in der Flüchtlingseinrichtung in Roxel, die seit dem 1. Januar 2015 vom Deutschen Roten Kreuz betreut wird, als auch in der Nienberger Einrichtung, die sich seit dem gleichen Zeitpunkt in der Trägerschaft der Caritas befindet, soll bis Mitte des Jahres alles beim Alten bleiben. Für die Zeit bis dahin wurde mit beiden Trägern vereinbart, die Betriebsträgerschaften fortzuführen. Damit soll vermeidbaren Betreuungswechseln in den der Stadt Münster gehörenden Einrichtungen vorgebeugt werden.

Stimmt der Rat der Stadt Münster – wie vorgesehen – Ende Januar den Plänen des Sozialamts zu, dann werden die Betriebsträgerschaften als öffentliche Aufträge über Dienstleistungen ausgeschrieben. Neben gemeinnützigen freien Trägern, Wohlfahrtsverbänden und Hilfsorganisationen können laut Beschlussvorlage für die politischen Gremien „auch kommerzielle, gewinnorientierte, also privatgewerbliche Organisationen Angebote abgeben“. Ausgeschrieben wird die „sozialarbeiterische und hausmeisterliche Betreuung der Einrichtungen mit jeweils 50 Plätzen für die Dauer von drei Jahren“. Wer letztendlich zum Zuge kommt, darüber soll ein noch zu bildendes Bewertungsgremium in einem anonymisierten Verfahren entscheiden. Sollte sich kein geeigneter Träger finden, dann will die Stadt die Flüchtlingsunterkünfte in Eigenregie betreiben.

Ob sich das Deutsche Rote Kreuz am geplanten Ausschreibungsverfahren beteiligen wird, vermochte Ulrich Schulte vom DRK-Landesverband aktuell nicht zu sagen. Die Flüchtlingsunterkunft Zum Schultenhof 3 sei derzeit gut ausgelastet und mit rund 50 Bewohnern maximal belegt. Ob das Rote Kreuz sich erneut um die Trägerschaft bewerbe, sei zum jetzigen Zeitpunkt noch ungeklärt: „Das muss in unserem Hause noch abgestimmt werden.“

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